Beyond The Black – Break The Silence (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Beyond The Black – Break The Silence

🧿 Kurzfazit
Break The Silence ist Symphonic-Metal-Feinkost aus dem Hochglanzlabor. Emotional effizient, klanglich makellos, künstlerisch sehr kontrolliert.

🎯 Für wen?
Für Hörer, die bei Nightwish und Within Temptation die Balladen zuerst anklicken, Delain für den Feierabend brauchen und Symphonic-Bombast lieber als Streaming-Playlist mit Hitdichte statt als abenteuerliche Konzeptreise hören.

🎧 Wie klingt das?
Druckvolle, aber klinisch saubere Gitarren, viel programmierte Breite, Chöre aus dem Rechner und Jennifer Habens glasklarer Gesang im Dauerfokus. Die Produktion legt jedes Detail frei, nimmt den Songs aber fast jede Schramme. Alles ist fein ausbalanciert, damit kein Radio-Programmdirektor nervös wird.

💿 Highlights
Break The Silence, Let There Be Rain, The Art Of Being Alone, Weltschmerz

⚠️ Nichts für dich, wenn…
du Symphonic Metal als wilden Grenzgang mit Ecken, Kanten und echten Risiken suchst und bei Pop-Anteilen sofort die Skip-Taste suchst.


🎙 Beyond The Black – Break The Silence: Hochglanz, Herzschlag, fast ohne Risiko

Das sechste Studioalbum von Beyond The Black wirkt wie ein perfekt ausgeleuchteter Showroom für modernen Symphonic Metal. Alles ist geordnet, glänzt an der richtigen Stelle und riecht angenehm nach Erfolg. Break The Silence erscheint bei Nuclear Blast und zeigt eine Band, die sich zwischen Mainstream-Radio und Festival-Headliner eingerichtet hat. Die große Frage bleibt: Ist das noch aufregend oder schon Komfortmetal mit Konzeptetikett?

🎧 Was erwartet dich?

  • Genre(s): Symphonic Metal, Melodic Metal mit ordentlich Pop-Schlagseite
  • Vergleichbar mit: Späte Within Temptation, Delain nach Mediencoaching, Evanescence ohne Jugenddrama
  • Klangfarbe: Breitwandiger Bombast mit viel Chor, Streichertapeten und dichten Gitarren, darüber eine Stimme, die wie ein Spotlicht funktioniert. Die Produktion arbeitet wie ein Luxusfilter, der jede Unschärfe aus der Musik saugt.

    Break The Silence versteht sich als Konzeptalbum rund um Sprache, Schweigen und Verbundenheit. Die Stücke erzählen von gestauten Gefühlen, verschluckten Worten und der Sehnsucht nach Kontakt in einer zersplitterten Welt. Inhaltlich steckt also mehr Überbau drin, als das polierte Klangbild aufs erste Hören vermuten lässt.

Highlights

Break The Silence
Der Titeltrack ist Lehrbuchmaterial für zeitgemäßen Symphonic Mainstream. Strophe im gedrosselten Puls, großer Pre-Chorus, danach ein Refrain, der auf Festivals ohne Mühe bis zum letzten Bierstand durchdringt. Textlich kreist alles um die Befreiung durch das eigene Wort, musikalisch sitzt jede Wendung so passgenau, dass man die Songwriting-Software fast bei der Arbeit zusehen kann. Funktioniert trotzdem, weil die Melodie stark ist und Habens Stimme echten Druck aufbaut.

The Art Of Being Alone
Der Beitrag mit Chris Harms von Lord Of The Lost wirkt wie ein kurzes Abdriften in dunklere Gefilde. Die Strophe zieht das Tempo herunter, die Gitarren bekommen mehr Gewicht, Harms bringt ein wenig Schmutz in das ansonsten sehr antiseptische Klangbild. Im Refrain übernimmt wieder der BTB-Autopilot, aber hier zeigt sich, wie viel stärker die Band wäre, wenn sie diesen Schattenseiten öfter vertrauen würde.

Let There Be Rain
Der Chor von The Mystery Of The Bulgarian Voices verleiht dem Song genau jene exotische Färbung, die das Album im Vorfeld versprochen hat. Die Stimmen legen sich wie eine alte Beschwörungsformel über die gewohnte BTB-Dramaturgie und lassen den Track kurz wie ein echtes Symphonic-Epos wirken. Schade nur, dass der Rest des Albums selten so mutig klingt.

🎨 Artwork

Audioanalyse im Kopfkino: Das Cover von Break The Silence zeigt kein klassisches Bandmotiv, sondern ein dunkel getöntes, fast skulpturales Gesicht, dem in der Mitte ein amorpher Ausschnitt fehlt, wie ein herausgebrochener Gedankenblock. In dieser goldgerahmten Leerstelle schweben abstrakte Klangwellen, eher Frequenzkurven als „Magie“, und machen ziemlich unmissverständlich klar, worum es geht: Stimme, Schwingung, Innenleben statt brüllender Bühnenpose. Der Kontrast aus kaltem Blaugrau und warmem Gold gibt dem Artwork etwas Klinik-Schickiges, aber als visuelle Verdichtung des Albumtitels funktioniert es ausgezeichnet. Klare Ansage: Kein Drachen-Cover, sondern ein durchgestyltes „Wir sind Marke“-Album.


🪦 Besondere Momente (Für Die-Hard-Fans)

Konzept mit Leitmotiv
Mehrere Songs knüpfen an die Idee an, dass fehlende Worte ganze Beziehungen sprengen. The Flood, Ravens und Hologram variieren dieses Motiv, mal als fast schon radiotaugliche Pop-Rock-Nummern, mal als melancholische Hymnen, die sich im letzten Drittel erwartbar aufblähen.

Feature-Gäste als Qualitätssiegel
Mit Asami von Lovebites in Can You Hear Me, Chris Harms und dem bulgarischen Chor fährt die Band ein Feature-Aufgebot auf, das wie ein Gütestempel funktioniert. Künstlerische Reibung entsteht dadurch erstaunlich selten, dafür bestätigt jede Kollaboration das Image einer Band, die im Zentrum der Szene angekommen ist.

Weltschmerz als Balladenfinale
Weltschmerz schließt das Album leise, fast in Enya-Manier. Deutsch und Englisch wechseln sich ab, die Instrumentierung bleibt lange zart, bevor der unvermeidliche Schlusshub ansetzt. Das ist kitschig, aber nicht billig, eher ein bewusst kalkulierter Epilog für alle, die BTB als Soundtrack für den großen Streaming-Moment brauchen.

Rising High als Türöffner
Der Opener arbeitet mit modernen Pop-Metal-Tricks, die man eher aus amerikanischen Rock-Playlists kennt. Elektronische Tupfer, ein sehr eingängiger Refrain und ein fast schon zu glatter Groove. Als Startsignal funktioniert das hervorragend, zeigt aber auch, wie sicher die Band ihre Zielgruppe inzwischen berechnet.

🪓 Fazit

Beyond The Black sind seit ihrem Debüt Songs Of Love And Death zu einem Musterfall für professionell aufgebaute Symphonic-Metal-Karrieren geworden. Vom frühen Chart-Erfolg über Labelwechsel hin zu Nuclear Blast bis zum festen Platz auf Großfestivals hat die Band kaum Umwege genommen.

Mit Beyond The Black aus dem Jahr 2023 wurde der Sound bereits stark in Richtung Mainstream geschoben. Break The Silence führt diese Linie konsequent fort, nur diesmal mit Konzeptaufdruck und noch mehr internationaler Ausrichtung. Die Kollaborationen, das chorlastige Material und die Designentscheidungen beim Artwork zeigen eine Gruppe, die sich als globale Marke sieht, nicht als Nischenband für die letzte Reihe im Club.

Break The Silence ist Symphonic Metal als Premiumprodukt. Handwerklich sitzt alles, von Habens Gesang über die ausgefeilte Produktion bis zu den clever platzierten Hooks. Wer emotional aufgeladenen Bombast sucht, bekommt hier eine ganze Vitrine davon. Gleichzeitig geht die Band kaum Risiken ein. Die großen Gesten wirken teilweise so durchgeplant, dass sie eher nach Streaming-Strategie als nach künstlerischem Drang klingen.

Unterm Strich ist das ein starkes, aber sehr berechenbares Album. Für Fans von poliertem Symphonic Metal Pflichtprogramm, für Hörer mit Sehnsucht nach kratzigen Ecken eher ein respektabler, gut gemachter, aber distanzierter Besuch im Showroom.

Albumcover Beyond The Black – Break The Silence: dunkle, blaugraue Büste eines Menschen vor strukturiertem Hintergrund, in deren Gesicht eine unregelmäßige, goldgerahmte Öffnung klafft, gefüllt mit abstrakten goldenen Klangwellen vor schwarzem Grund, oben das Bandlogo in goldener, leicht zerfressener Schrift, unten rechts der Albumtitel in goldener Serifenschrift.
Künstler:Beyond The Black
Albumtitel:Break The Silence
Erscheinungsdatum:9. Januar 2026
Genre:Symphonic Metal, Melodic Metal
Label:Nuclear Blast
Spielzeit:ca. 40 Minuten

Rising High
Break The Silence
The Art Of Being Alone
Let There Be Rain
Ravens
The Flood
Can You Hear Me
(La Vie Est Un) Cinema
Hologram
Weltschmerz

🎬 Offizielles Video

Offizielles Musikvideo zu „Break The Silence“ – der bombastische Titelsong vom aktuellen Album Break The Silence. Bereitgestellt vom offiziellen Beyond The Black / Nuclear Blast Records-Channel auf YouTube:

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