Barbaric: Netflix bestellt Fantasyserie über einen Barbaren mit sprechender Axt

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Wenn der Barbar plötzlich gemeinnützig zuschlägt

📰 Was ist los?
Netflix macht aus Barbaric eine Fantasyserie. Vorlage ist der Comic von Mike Moreci und Nathan Gooden, erschienen bei Vault Comics.

🐛 Was denken wir?
Ein Barbar, der nur noch für das Gute prügeln darf, ist eine großartige Prämisse. Das ist Fantasy als Bewährungsauflage mit Beil. Und eine sprechende Axt ist vermutlich immer noch die ehrlichere moralische Instanz als sämtliche Hofschranzen.

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🪓 Barbaric: Netflix bestellt Fantasyserie über einen Barbaren mit sprechender Axt

Netflix hat Barbaric offiziell grünes Licht gegeben. Die Fantasyserie basiert auf dem erfolgreichen Comic von Vault Comics und bringt eine Prämisse mit, die klingt, als hätte jemand Conan den Barbaren zu einem Ethikseminar gezwungen und ihm als Lernmaterial eine sprechende Axt in die Hand gedrückt.

Ein wütender Barbar mit magischer Axt steht auf einem vulkanischen Schlachtfeld, während im Hintergrund ein riesiges Monster aus violetten Sturmwolken aufragt.

Im Zentrum steht ein brutaler, schlecht gelaunter Barbar, der mit einem besonders perfiden Fluch belegt wird: Er darf Gewalt nur noch für gute Zwecke einsetzen. Für einen Mann, dessen Lebensphilosophie bislang aus anlasslosem Zuschlagen, Weitergehen und späteren Trinkgelagen bestand, ist das keine Läuterung, sondern Körperverletzung am eigenen Weltbild.

Begleitet wird er von einer sprechenden Axt und einer jungen Hexe. Gemeinsam geraten sie auf eine Reise zwischen Rache, Erlösung, Selbstfindung und sehr wahrscheinlich zahlreichen Gesprächen, die mit „Hör auf, Leute grundlos zu zerlegen“ beginnen.

🩸 Dreckige Fantasy statt höflich polierter Königreich-Verwaltung

Der Reiz von Barbaric liegt nicht darin, dass Netflix wieder Fantasy macht. Das Genre ist für Streamer längst das, was früher Polizeiserien waren: Man stellt irgendwo eine Burg hin, lässt Nebel aufziehen und hofft, dass das Publikum die Diskrepanz zwischen Prophezeiung und Produktionsbudget nicht zu auffällig findet. Interessant ist hier vielmehr der Ton. Barbaric klingt nach ruppiger, blutiger, schwarzhumoriger Fantasy. Kein höfisches Intrigenspiel mit zwölf Häusern, neun Stammbäumen und einer Karte, die aussieht wie ein Unfall im Teehaus. Sondern ein grober Klotz mit Axt, Fluch und Zwang zur moralischen Verbesserung.

Das kann herrlich werden, wenn Netflix den Dreck nicht abwäscht. Denn diese Vorlage braucht Kanten. Sie braucht Schweiß, schlechte Manieren, absurde Gewaltlogik und eine Axt, die ihrem Besitzer vermutlich öfter widerspricht als jede Therapeutin es getan hätte. Wird daraus nur der nächste glattgezogene Fantasybrei mit gelegentlichem Schimpfwort, wäre der ganze Witz dahin.

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🧙‍♀️ Eine junge Hexe, eine nölende Waffe und ein Held wider Willen

Als Showrunner sind Sheldon Turner und Robert Rovner an Bord. Turner war unter anderem an X-Men: First Class beteiligt, Rovner arbeitete an Supergirl. Das ist eine interessante Mischung: genug Genreerfahrung, aber auch die offene Frage, wie wild Barbaric am Ende wirklich werden darf. Denn der Stoff lebt vom Widerspruch. Der Barbar will Gewalt. Der Fluch will Ethik. Die Axt redet. Die junge Hexe bringt vermutlich jenes Maß an Vernunft mit, das der Reisegruppe ansonsten gefehlt hätte.

Genau daraus kann eine starke Serie entstehen: nicht trotz der Albernheit, sondern gerade wegen ihr. Gute Fantasy darf absurd sein, solange sie ihre Absurdität ernst genug nimmt. Eine sprechende Axt ist kein Problem. Ein langweiliger Barbar durchaus.

🔥 Netflix sucht den nächsten Fantasy-Haken

Für Netflix kommt Barbaric zur richtigen Zeit. Nach The Witcher sucht der Dienst weiter nach Fantasyformaten mit klarer Identität. Und Barbaric hat zumindest auf dem Papier mehr Eigenprofil als viele jener generischen Streamingwelten, in denen Figuren mit ernster Stimme Dinge sagen wie „Das Reich wird fallen“, während irgendwo ein CGI-Turm traurig in den Regen starrt.

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Hier ist die Sache einfacher: Ein Barbar ist verflucht. Seine Axt spricht. Gewalt ist erlaubt, aber nur mit moralischer Begründung. Das versteht man sofort. Und genau deshalb kann es funktionieren. Wenn die Serie den Comic-Geist trifft, könnte Barbaric eine schön dreckige Mischung aus Action, schwarzem Humor und Fantasy-Groteske werden. Wenn nicht, bekommen wir einen Mann mit Muskeln, eine Waffe mit Dialogzeilen und sehr viel vertane Gelegenheit.

🪓 Wenn die Axt mehr Charakter hat als der Held

Barbaric hat alles, was eine wuchtige Fantasyserie braucht: eine starke Prämisse, ein klares Gimmick, eine ruppige Hauptfigur, magischen Ärger und genug Potential für Blut, Witz und schlechte Entscheidungen.

Jetzt muss Netflix nur noch das tun, was bei solchen Stoffen immer am schwersten ist: nicht zu viel glätten. Diese Serie darf nicht aussehen, als habe ein Algorithmus „dreckige Fantasy, aber bitte markensicher“ bestellt. Barbaric muss knallen, beißen, fluchen und trotzdem eine Geschichte erzählen, die mehr ist als ein langer Weg zur nächsten Schädelspaltung.

Die Vorlage bringt den Haken mit. Jetzt muss die Serie nur noch tief genug zuschlagen.

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