Baptiste setzt auf schleichenden Horror – verfluchte Puppe statt Dauer-Jumpscares
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Diese Puppe hatte genau eine Regel
📰 Was ist los?
Baptiste zeigt im aktuellen Gameplay-Trailer mehr von Jagged Shore Cliff, der verfluchten Puppe und den räumlichen Verzerrungen, mit denen das Spiel seinen psychologischen Horror aufbauen will. Der Trailer selbst stammt bereits vom 19. August; aktuell wurde er erneut breiter aufgegriffen.
🐛 Was denken wir?
Der verfluchte-Puppen-Stoff ist kein Neuland, aber Baptiste wirkt interessant, weil es stärker auf Wahrnehmung, Raum und Atmosphäre setzt. Wenn das Haus wirklich zum psychologischen Gegner wird, kann daraus deutlich mehr entstehen als eine weitere Sammlung von Jumpscares.
Es gibt Warnungen, die sollte man ernst nehmen.
„Nicht betreten.“
„Nicht öffnen.“
„Nicht füttern.“
Und dann gibt es einen staubigen Schrank mit einer unheimlichen Puppe und dem ausdrücklichen Hinweis, man möge sie bitte niemals aus ihrem gläsernen Gefängnis befreien. Tom tut genau das. Damit ist die berufliche Zukunft sämtlicher Immobilienmakler in Jagged Shore Cliff vermutlich erledigt.

Mit Baptiste entwickeln Digital Dreams und Firenut Games ein storygetriebenes Horror-Spiel, das seine Wirkung aus langsam wachsender Verunsicherung ziehen will. Der aktuelle Gameplay-Trailer zeigt das Haus, die titelgebende Puppe und vor allem jene räumlichen und psychologischen Verschiebungen, mit denen das Spiel seine Spannung aufbauen möchte.
🪆 Eine Puppe mit sehr klarer Bedienungsanleitung
Tom und seine Mutter Sara ziehen nach einer schweren Familientragödie an den abgelegenen Ort Jagged Shore Cliff. Der Umzug soll eigentlich ein Neuanfang sein. Im neuen Haus stößt Tom jedoch auf eine Puppe namens Baptiste, die hinter Glas aufbewahrt wird. Daneben steht eine ausgesprochen eindeutige Warnung: Sie soll dort bleiben. Baptiste bleibt dort erwartungsgemäß nicht.
Danach beginnen sich Wahrnehmung, Räume und Realität zunehmend gegeneinander zu verschieben. Türen verhalten sich anders, Dunkelheit wirkt weniger wie fehlendes Licht und mehr wie etwas Eigenständiges, und das Haus entwickelt langsam jene Art von Persönlichkeit, die man bei Immobilien normalerweise nur in sehr kleinen Buchstaben erwähnt.
🎬 Baptiste lässt das Haus langsam auseinanderfallen
Der offizielle Gameplay-Trailer zu Baptiste zeigt die verfluchte Puppe, das Anwesen von Jagged Shore Cliff und die verzerrten Räume, in denen Realität und Albtraum zunehmend ineinanderlaufen.
🕯️ Horror soll aus Atmosphäre entstehen
Die Entwickler beschreiben Baptiste ausdrücklich als psychologischen Horror, der sich über Atmosphäre, Sounddesign, räumliche Verunsicherung und emotionale Belastung aufbaut. Tom erlebt die Ereignisse aus der Perspektive eines Kindes, das ohnehin mit Verlust und Trauer kämpft.
Genau deshalb ist die Idee interessanter als die reine „böse Puppe“-Prämisse. Die Puppe ist der Auslöser. Der eigentliche Horror entsteht daraus, dass Tom irgendwann nicht mehr sicher unterscheiden kann, was im Haus tatsächlich passiert und was bereits durch seine eigene Wahrnehmung gefiltert wird.
Das gibt dem Spiel die Möglichkeit, Räume gezielt falsch wirken zu lassen. Ein Flur kann plötzlich länger erscheinen, ein Zimmer verändert sich, oder etwas steht dort, wo vorher noch nichts stand. Klassischer Hauskauf mit kleineren Mängeln also.
🏚️ Das Haus selbst wird zum Gegner
Der aktuelle Trailer zeigt genau diese räumliche Instabilität. Das Anwesen ist keine statische Horror-Kulisse, durch die man einfach Räume abarbeitet. Die Entwickler wollen vielmehr den Eindruck erzeugen, dass das Haus selbst auf den Spieler reagiert.
Dazu kommen klassische Erkundungs- und Rätselpassagen. Spieler durchsuchen Räume, lesen Hinweise, finden Gegenstände und setzen Stück für Stück die Geschichte hinter Baptiste und dem Anwesen zusammen.
Der wichtigste Unterschied liegt im Ton. Hier soll nicht hinter jeder dritten Tür etwas kreischen. Die Bedrohung soll sich vielmehr langsam einnisten. Das ist im besten Fall wesentlich unangenehmer.
🧩 Rätsel statt Dauerflucht
Auch spielerisch setzt Baptiste stärker auf Umgebungsrätsel und Erkundung als auf permanente Fluchtsequenzen. Hinweise im Haus sollen die Vergangenheit des Ortes erklären und gleichzeitig neue Wege öffnen.
Die Steam-Beschreibung betont dabei immer wieder dieselbe Idee: Das Haus erinnert sich, die Dunkelheit bewegt sich, und mit jedem Schritt verschwimmt die Grenze zwischen realem Ort und Albtraum weiter. Das klingt zunächst wie die übliche reißerische Horrorwerbung, die wir alle bestens kennen.
Der Trailer zeigt aber zumindest, dass die Entwickler versuchen, diese Aussage visuell ernst zu nehmen. Räume verändern sich, Perspektiven wirken bewusst unzuverlässig, und Baptiste selbst taucht weniger wie ein klassischer Bossgegner auf als wie eine dauerhafte Präsenz.
Eine Puppe muss eben nicht rennen können, wenn das ganze Haus für sie arbeitet.
👦 Der Horror wird aus Kinderperspektive erzählt
Ein wichtiger Punkt ist Toms Alter. Das Spiel versucht gezielt, die Bedrohung größer wirken zu lassen, weil der Spieler sie durch die Augen eines Kindes erlebt. Jeder dunkle Raum, jede Tür und jedes Geräusch bekommt dadurch automatisch ein anderes Gewicht. Das ist ein riskanter Ansatz, weil Kinderfiguren im Horror schnell als billiges Mittel zur emotionalen Verstärkung benutzt werden.
Wenn Baptiste diesen Teil sauber schreibt, könnte genau daraus aber die stärkste Ebene entstehen: Tom kämpft nicht nur mit einer übernatürlichen Bedrohung, sondern auch mit Trauer, Verlust und einer Familie, die ohnehin bereits beschädigt ist. Der Horror trifft damit auf ein Umfeld, das schon vor der Puppe instabil war. Baptiste muss also gar nicht alles zerstören. Ein bisschen nachhelfen reicht doch hier schon.
🎮 Release weiterhin 2026
Ein exaktes Erscheinungsdatum gibt es bislang nicht. Steam führt Baptiste weiterhin als „Coming soon“, während die aktuelle Kommunikation den Release für später 2026 einordnet. Bestätigt sind PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2.
Eine Demo existiert bereits auf mehreren Plattformen, darunter Xbox. Damit gehört Baptiste für uns klar auf die Beobachtungsliste. Groß ist das Projekt nicht. Eigenständig wirkt es aber. Und manchmal reicht im Horror schon eine einzige gute Idee. Zum Beispiel eine Puppe, bei der wirklich jeder außer dem Protagonisten weiß, dass man sie unbedingt im Schrank lassen sollte.





