Avatar Aang beschwört das fünfte Element: ChatGPT

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Der Avatar und der Bartbot

📰 Was ist los?
Eine beim Comic-Con-Panel gezeigte Entwurfsseite nannte ChatGPT als Recherchequelle für südostasiatische Gesichtsbehaarung. Daraus entstanden Vorwürfe, generative KI könnte am neuen Avatar-Film beteiligt gewesen sein. Künstler und Animationsstudio weisen dies entschieden zurück.

🐛 Was denken wir?
ChatGPT als beiläufigen Kulturwissenschaftler einzusetzen, ist eine ziemlich dürftige Idee. Südostasien besteht aus zahlreichen Ländern, Bevölkerungsgruppen und Traditionen, die sich kaum in einen selbstbewusst formulierten Chatbot-Satz über Bärte pressen lassen. Der anschließende Generalverdacht gegen den gesamten Film arbeitet allerdings mit derselben groben Methode. Wer schlechte Recherche kritisiert, sollte nicht mit schlechter Recherche antworten. Am Ende bleibt ein fragwürdiger früher Rechercheversuch und eine vollständig menschliche Künstlercrew, die wegen einer einzigen Folie ihre Existenzberechtigung verteidigen muss.

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🧔 Avatar Aang beschwört das fünfte Element: ChatGPT

Feuer, Wasser, Erde und Luft beherrscht Aang bereits. Bei einer Präsentation über seinen neuen Animationsfilm tauchte unerwartet ein fünftes Element auf: ChatGPT, zuständig für südostasiatische Gesichtsbehaarung.

Eine auf der San Diego Comic-Con gezeigte Folie zu Avatar Aang: Der Herr der Elemente hat heftige Kritik ausgelöst. Darauf waren frühe Entwürfe für Tagah zu sehen, den von Dave Bautista gesprochenen Gegenspieler des Films. Neben Überlegungen zu Gesichtsform, Haaren und Bart stand eine ausdrücklich ChatGPT zugeschriebene Aussage über die Bedeutung von Bärten in südostasiatischen Kulturen.

Ein Zeichner arbeitet an einem beleuchteten Animationstisch, während neben ihm ein Laptop mit leeren Dialogfeldern und mehrere handgezeichnete Figurenstudien stehen.

Fotos der Folie verbreiteten sich anschließend in sozialen Netzwerken. Innerhalb kurzer Zeit wuchs aus einer fragwürdigen Recherchequelle der Verdacht, generative KI könnte am gesamten Film beteiligt gewesen sein.

🤖 Die nachgewiesene KI-Spur ist äußerst kurz

Der aktuelle Kenntnisstand stützt diesen weitreichenden Verdacht nicht. Laut Produktionsdesigner Jake Panian hat ein Figurenzeichner ChatGPT sehr früh einmal für Hintergrundrecherche ausprobiert. Panian geht davon aus, dass sich der Vorgang nicht wiederholte und keiner allgemeinen Anweisung der Produktion folgte.

ChatGPT soll dabei keine Zeichnung erzeugt haben. Die betreffende Passage lieferte lediglich eine pauschale kulturelle Auskunft. Gerade diese Verwendung stößt dennoch auf berechtigte Kritik. Ein Sprachmodell kann falsche Angaben erfinden, unterschiedliche Kulturen grob zusammenwerfen und vorhandene Klischees mit großer sprachlicher Sicherheit wiederholen.

Die Folie nannte zudem Eren Jäger aus Attack on Titan als visuelle Referenz. Ob damit Gesicht, Frisur oder ein anderes Gestaltungselement gemeint war, lässt sich aus dem öffentlich verbreiteten Foto kaum zuverlässig erkennen.

🎬 Aang kehrt als erwachsener Avatar zurück

Der offizielle Trailer zeigt den erwachsenen Aang, seine alten Gefährten und die handgezeichnete Fantasywelt des neuen Films. Von der späteren Aufregung um eine einzelne ChatGPT-Recherche ist in diesen Bildern naturgemäß nichts zu spüren.

✏️ Die Künstler weisen den KI-Verdacht zurück

Mehrere Beteiligte haben inzwischen deutlich erklärt, dass die Bilder und Animationen des Films von Menschen geschaffen wurden. Visual-Development-Künstlerin Kat Tsai versicherte, KI habe weder im Kunst- noch im Designprozess eine Rolle gespielt. Jeder Bestandteil der Animation sei durch die Arbeit realer Künstler entstanden.

Auch das beteiligte Animationsstudio Flying Bark Productions verweist auf seine traditionell geprägte, handgezeichnete Arbeitsweise. Verwendet wurden etablierte Programme wie Harmony, Maya, Houdini und Nuke. Generierte Figuren, Hintergründe oder Bewegungsabläufe werden von den bekannten Stellungnahmen ausdrücklich ausgeschlossen.

Die Empörung trifft damit einen realen Fehler, wächst jedoch teilweise über die vorhandenen Belege hinaus. Aus einer einzelnen ChatGPT-Notiz wurde vielerorts der Vorwurf einer KI-Produktion. Hunderte Künstler sehen ihre jahrelange Arbeit inzwischen durch eine Quellenangabe in der rechten oberen Ecke einer Präsentationsfolie überschattet.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

📖 Der verhängnisvolle Satz stammt aus dem Artbook

Die Comic-Con-Folie basiert auf einer Seite des kommenden Buches Avatar Aang: The Last Airbender: The Art of the Movie. Der von Ramin Zahed verfasste Band soll am 10. November erscheinen und frühe Entwürfe sowie Einblicke in die Gestaltung des Films enthalten.

Vermutlich wurde die ChatGPT-Passage aus alten Entwicklungsnotizen übernommen. Ungeklärt bleibt, wer die Seite für das Artbook freigab und weshalb sie anschließend unverändert vor einem riesigen Comic-Con-Publikum gezeigt wurde. Eine redaktionelle Überprüfung hätte mindestens die Frage aufwerfen müssen, ob eine derart allgemeine kulturelle Aussage belastbar belegt ist.

Der Vorgang berührt einen besonders empfindlichen Punkt der Marke. Die Welt von Avatar verbindet zahlreiche asiatische und indigene Einflüsse. Kleidung, Architektur, Schrift, Kampfkunst und gesellschaftliche Strukturen beziehen einen großen Teil ihrer Glaubwürdigkeit aus dieser kulturellen Grundlage. Ausgerechnet bei der Gestaltung einer südostasiatisch geprägten Figur einen Chatbot als sichtbaren Gewährsmann anzuführen, wirkt da erschreckend gedankenlos.

Avatar Aang: Der Herr der Elemente ist seit dem 25. Juli 2026 auf Paramount+ verfügbar. Die Animation entstand nach allen belegbaren Angaben durch menschliche Künstler. Der kleine ChatGPT-Ausflug gehört trotzdem zur Produktionsgeschichte und beweist, dass heute bereits ein einziger Satz auf einer PowerPoint-Folie das Gleichgewicht der Elemente erheblich stören kann.

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