Wer die Zukunft retten will, muss erst die Vergangenheit reparieren: Eternal Anima erscheint im März 2027

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Diese Zukunft braucht vorher ein Update

📰 Was ist los?
Marvelous hat Eternal Anima vollständig enthüllt. Das frühere Project Life is RPG erscheint am 4. März 2027 für PS5, Xbox Series X|S, Switch 2 und PC und verbindet Zeitreisen, vererbte Fähigkeiten und rundenbasierte Kämpfe mit Future Sight.

🐛 Was denken wir?
Das wirkt bereits erstaunlich rund. Besonders stark ist, dass Zeitreise nicht bloß Storydeko bleibt, sondern in Kämpfe, Klassen, Artefakte und Generationen hineinreicht. Wenn Marvelous diese Systeme wirklich sauber verzahnt, könnte Eternal Anima deutlich mehr werden als ein nostalgischer Blick zurück auf alte JRPG-Zeiten.

In vielen Rollenspielen besteht Heldentum darin, die Zukunft zu retten. Eternal Anima macht die Sache bürokratischer: Bevor das klappt, muss offenbar erst die Vergangenheit saniert werden.

Mehrere Figuren stehen gemeinsam auf dem Deck eines großen mechanischen Schiffes in Eternal Anima, während unten ein Dialogfenster eingeblendet ist.
Eternal Anima setzt auf klassische JRPG-Reiseatmosphäre – inklusive großer Gruppe, mechanischem Schiff und Problemen, die garantiert komplizierter werden als geplant. © Marvelous

Marvelous hat das bislang als Project Life is RPG bekannte Projekt heute vollständig enthüllt. Eternal Anima erscheint am 4. März 2027 für PS5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und PC und verbindet klassische rundenbasierte Kämpfe mit Zeitreisen, vererbten Fähigkeiten und einem System, mit dem sich kommende Aktionen bereits im Voraus erkennen und verändern lassen.

Das Spiel versteht sich ausdrücklich als moderne Fortführung jener JRPG-Tradition, die Ende der 90er und Anfang der 2000er ihre große Blüte hatte. Dafür hat Marvelous einige Leute versammelt, die sich mit genau dieser Epoche ziemlich gut auskennen.

🌍 In Urvis Ael ist Hoffnung bereits verdächtig

Die Geschichte beginnt im Königreich Urvis Ael, und dessen gesellschaftliche Grundidee klingt ausgesprochen gesund: Wer sich eine bessere Zukunft wünscht, begeht ein Kapitalverbrechen.

Hauptfigur Wade stellt genau diesen Grundsatz infrage und landet prompt auf der Flucht. Von dort entwickelt sich die Handlung zu einer Reise durch mehrere Epochen und Kontinente, in denen vergangene Zivilisationen vor Katastrophen bewahrt werden müssen. Ihre Rettung verändert anschließend die Gegenwart.

Das ist ein schöner Ansatz, weil Zeitreisen hier offenbar keine bloße Kulisse liefern. Entscheidungen in früheren Epochen sollen sichtbar verändern, was später existiert, welche Menschen einem begegnen und welche Fähigkeiten zur Verfügung stehen.

Wer also in der Vergangenheit einen Fehler macht, bekommt möglicherweise nicht bloß einen schlechten Questabschluss. Er bekommt eine schlechtere Gegenwart.

🎬 Die Vergangenheit wird zur Waffe

Der offizielle Announcement-Trailer zeigt Wade, mehrere Epochen, die farbenreiche Fantasywelt und erstmals ausführlicher das rundenbasierte Kampfsystem. Besonders deutlich werden Future Sight und die Idee, Fähigkeiten vergangener Helden über Artefakte zu übernehmen – genau jene beiden Systeme, die Eternal Anima von einem bloßen Retro-JRPG unterscheiden sollen.

🧠 Psychometrie macht alte Gegenstände ziemlich gesprächig

Wades besondere Fähigkeit heißt Psychometry. Über seine rechte Hand kann er Erinnerungen lesen, die in Gegenständen gespeichert sind. Das klingt zunächst nach einer erzählerischen Detektivfunktion, geht aber deutlich weiter. Aus Artefakten lassen sich Wissen, Fähigkeiten und sogar Klassen vergangener Helden gewinnen. Diese Kräfte können anschließend im Kampf genutzt und miteinander kombiniert werden.

Damit wird Vergangenheit direkt zum Progressionssystem. Alte Gegenstände sind nicht bloß Lore-Sammelstücke, sondern potenzielle Baupläne für neue Charakterfähigkeiten.

Das gefällt mir ausgesprochen gut. Wo andere Helden eine Truhe öffnen und ein rostiges Schwert finden, entdeckt Wade möglicherweise gleich noch die komplette berufliche Laufbahn des früheren Besitzers.

🔮 Future Sight macht Rundenkämpfe planbarer – und gemeiner

Noch interessanter ist das Kampfsystem. Eternal Anima bleibt grundsätzlich rundenbasiert, ergänzt die klassische Struktur aber um Future Sight. Wade kann erkennen, wann Gegner handeln und welches Ergebnis ihre Aktion haben wird. Anschließend lässt sich darauf reagieren. Befehle können feindliche Aktionen verzögern oder vollständig verhindern.

Dadurch entsteht ein Kampfprinzip, das weniger auf spontanes Reagieren und stärker auf kontrolliertes Manipulieren der Aktionsreihenfolge setzt.

Der eigentliche Reiz liegt darin, dass Zukunft hier nicht als festgeschriebene Vorschau dient. Sie ist eher ein Warnhinweis mit Bearbeitungsfunktion. Wenn ein Boss also in zwei Zügen die gesamte Gruppe zerlegt, weiß man immerhin rechtzeitig davon. Optimismus ist das noch nicht. Aber es ist ein Anfang.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

👥 Generationen werden selbst zum Party-System

Die Zeitreise-Idee zieht sich auch durch die Gruppe. Wade trifft Figuren aus unterschiedlichen Epochen, darunter Vorfahren und Nachkommen verschiedener Personen. Vergangene Helden hinterlassen Fähigkeiten, Klassen und Erfahrungen, die spätere Generationen übernehmen können. Umgekehrt beeinflussen Handlungen in früheren Epochen, welche Möglichkeiten in der Gegenwart überhaupt existieren.

Das ist deutlich spannender als eine gewöhnliche Party, die einfach über 60 Stunden gemeinsam durch dieselbe Welt zieht. Eternal Anima versucht offenbar, Beziehungen über Generationen hinweg aufzubauen.

Familienstammbäume könnten dadurch irgendwann genauso wichtig werden wie Statuswerte. Und wer schon bei normalen JRPG-Verwandtschaftsverhältnissen den Überblick verliert, sollte vorsichtshalber Papier bereitlegen.

🎨 Die goldene JRPG-Ära wird bewusst zitiert

Marvelous betont offen, dass sich Eternal Anima an JRPGs der späten 90er und frühen 2000er orientiert. Das sieht man auch optisch. Figuren und Umgebungen greifen die farbenreiche Gestaltung klassischer japanischer Rollenspiele auf, werden aber mit moderner Technik und deutlich aufwendigeren Inszenierungen verbunden. Die Entwickler sprechen selbst von einer Verbindung aus Retro-Charme und zeitgemäßem Design.

Das Team passt dazu. Katsuhisa Higuchi führt Regie, Keisuke Makino entwickelt das Story-Konzept und Kazushige Nojima schreibt das Szenario.

Gerade Nojimas Name dürfte Aufmerksamkeit erzeugen. Seine Arbeit an großen japanischen Rollenspielen macht ziemlich klar, warum Marvelous bei diesem Projekt so stark mit dem Begriff „Legacy“ arbeitet. Das Spiel will offensichtlich nicht so tun, als hätte es seine Vorbilder vergessen. Es baut sie direkt ins Konzept ein.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

💿 Limited Edition und europäische Preise stehen bereits fest

Erstaunlich konkret ist bereits die Veröffentlichung.

In Europa kostet die Standardversion für PS5 und Switch 2 49,99 Euro. Die Limited Edition liegt bei 79,99 Euro und enthält neben dem Spiel einen Zwei-Disc-Soundtrack, neun Charakter-Artcards mit Aufsteller und ein Artbook.

Für PC und Xbox Series erscheint das Spiel digital. Deutsche Texte sind auf der offiziellen Produktseite neben Englisch, Französisch, Spanisch, Japanisch, Koreanisch und chinesischen Sprachfassungen aufgeführt.

Damit wirkt Eternal Anima schon bei seiner eigentlichen Enthüllung ungewöhnlich weit fortgeschritten. Termin, Plattformen, Editionen, zentrale Systeme und der internationale Release stehen bereits.

Marvelous kündigt hier also keinen fernen Wunschzettel an. Am 4. März 2027 soll die Zukunft bereits stattfinden. Vorausgesetzt, Wade hat die Vergangenheit bis dahin ordentlich repariert.

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