Ascension: Apple macht Adam Nevills Last Days zur Horrorserie

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Apple schaltet im Kultarchiv das Licht an

📰 Was ist los?
Apple TV hat Ascension bestellt, eine von Adam Nevills Last Days inspirierte Horrorserie. Caitríona Balfe spielt Dokumentarfilmerin Rose und produziert mit; Natalie Erika James und Christian White leiten die Serie, Alfonso und Carlos Cuarón gehören zum Autorenteam.

🐛 Was denken wir?
Die freie Bearbeitung ist hier eher Vorteil als Warnsignal. Kult, Dokumentarfilm und Nevills langsam einsickernder übernatürlicher Horror bleiben erhalten, während Rose eine eigene Geschichte bekommt. Wer den Roman kennt, darf diesmal also nicht einfach vor jedem gefährlichen Raum laut „Kyle, da nicht rein!“ rufen.

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🕯️ Ascension: Apple macht Adam Nevills Last Days zur Horrorserie

Adam Nevill hat in Last Days einen denkbar schlechten Auftrag für einen Dokumentarfilmer erfunden: die Geschichte eines berüchtigten Kults rekonstruieren, dessen Mitglieder sich mit Mord, Okkultismus und Dingen beschäftigt haben, die Jahrzehnte später besser ebenfalls tot geblieben wären.

Eine dunkel gekleidete Dokumentarfilmerin steht neben einer Kamera und blickt auf eine Gruppe Menschen, die über einen felsigen Weg zu einer abgelegenen Steinkirche zieht; rechts hängt ein verwittertes Kultbanner.
Rose soll in Ascension die Geschichte einer rätselhaften Glaubensgemeinschaft untersuchen. Bei Adam Nevill ist eine Kamera dabei erfahrungsgemäß kein Garant für lebensrettenden Sicherheitsabstand.
© Fantasykosmos / KI-Illustration / manuell nachgearbeitet

Apple TV macht daraus nun die Horrorserie Ascension, allerdings mit einigen auffälligen Umbauten. Caitríona Balfe übernimmt die Hauptrolle als Dokumentarfilmerin Rose, während Alfonso Cuarón gemeinsam mit Carlos Cuarón, Natalie Erika James und Christian White am Drehbuch beteiligt ist. James und White leiten die Serie; James übernimmt außerdem die Lead-Regie.

Das ist eine ziemlich beachtliche Mannschaft für eine Geschichte, deren zentrale Berufsempfehlung lautet: Bei verlassenen Kultgebäuden irgendwann besser die Kamera ausschalten.

🎥 Rose findet in der Church of Ascension mehr als Archivmaterial

Rose ist frisch geschieden, Mutter und hartnäckige Dokumentarfilmerin. Apple beschreibt sie als Frau, die hervorragend darin ist, die Wahrheiten anderer Menschen freizulegen, während sie mit der eigenen deutlich größere Probleme hat. Ihr neues Projekt führt sie zur Church of Ascension, einer rätselhaften religiösen Gemeinschaft aus dem 20. Jahrhundert.

Zunächst findet Rose in deren Lehren unerwarteten Halt. Dann entdeckt sie, dass unter der Geschichte der Gemeinschaft etwas erheblich Dunkleres wartet. Apple stellt dabei ausdrücklich die Frage in den Mittelpunkt, wie weit Menschen zum Schutz ihrer Familie gehen und was passiert, wenn die größte Bedrohung womöglich in ihnen selbst liegt.

Das deutet auf eine Adaption hin, die den Kult-Horror der Vorlage mit einem stärkeren psychologischen und familiären Konflikt verbindet. Bei Adam Nevill ist seelische Stabilität schließlich selten etwas, das Figuren bis zum Abspann behalten dürfen.

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📖 Aus Kyle wird Rose – Last Days wird deutlich umgebaut

Gerade für Leser des Romans wird interessant, wie frei Apple mit der Vorlage umgeht. In Last Days heißt die Hauptfigur Kyle Freeman. Er ist ein finanziell angeschlagener Indie-Filmemacher, der den Auftrag erhält, eine Dokumentation über den Temple of the Last Days zu drehen. Der Kult endete Jahrzehnte zuvor während einer Nacht voller ritualisierter Gewalt. Freemans Recherchen führen ihn von London über Frankreich bis nach Arizona – und mit jeder Station dringt das Übernatürliche tiefer in seinen Film ein.

Ascension behält also das besonders starke Grundgerüst: Dokumentarfilm, verschwundene Glaubensgemeinschaft, Recherche und eine Vergangenheit, die sich ausgesprochen ungern recherchieren lässt. Hauptfigur, Kultname und persönliche Ausgangslage werden dagegen neu gebaut. Dass Apple selbst von „inspired by“ spricht, ist deshalb entscheidend.

Das muss kein Nachteil sein. Gerade Last Days lebt weniger von einer einzelnen überraschenden Wendung als von der stetigen Verschiebung zwischen Dokumentation und Horror. Erst filmt Kyle eine Geschichte. Irgendwann scheint die Geschichte zurückzuschauen. Diese Idee lässt sich ziemlich gut auf eine neue Figur übertragen.

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🎞️ Last Days hatte das Kino schon bei der Entstehung im Blut

Dass ausgerechnet dieser Nevill-Roman zur Serie wird, passt auch formal. Der Autor hat selbst beschrieben, wie stark Filme seine Arbeit an Last Days geprägt haben. Zu den wichtigen Einflüssen gehören The Omen, The Exorcist, Don’t Look Now, The Blair Witch Project und REC. Besonders Found Footage und der improvisierte, glaubwürdige Charakter solcher Filme flossen direkt in den Roman ein.

Nun landet diese filmisch gedachte Horrorgeschichte bei einem Team, das für die Umsetzung einiges mitbringt. Natalie Erika James inszenierte Relic und arbeitete mit Christian White an Apartment 7A. Alfonso Cuarón kommt nach Disclaimer erneut mit Apple TV und Anonymous Content zusammen. Caitríona Balfe wiederum produziert neben ihrer Hauptrolle auch selbst.

Nevill kennt den Weg auf den Bildschirm ebenfalls. The Ritual und No One Gets Out Alive wurden bereits verfilmt; Last Days gehört außerdem zu den vier Romanen, mit denen er den August Derleth Award für den besten Horrorroman gewann.

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🕯️ Ascension hat derzeit vor allem ein sehr gutes Fundament

Wie Ascension aussehen wird, lässt Apple noch völlig offen. Es gibt weder Serienbilder noch Trailer, weitere Besetzungsnamen oder einen Starttermin. Selbst die Episodenzahl nennt die Ankündigung bislang nicht. Bestätigt ist lediglich das einstündige Format und die direkte Serienbestellung.

Aber die Kombination ist bemerkenswert: eine ausgezeichnete Horrorvorlage, ein stark besetztes Autorenteam, Natalie Erika James hinter der Kamera und Caitríona Balfe vor ihr. Dazu kommt eine Adaption, die offenbar genügend Abstand vom Roman hält, damit auch begeisterte Leser nicht jeden Schritt im Voraus kennen. Bei Last Days ist das wahrscheinlich ohnehin gesünder.

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