Disney wagt Artemis Fowl noch einmal – diesmal macht Eoin Colfer selbst mit

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

🧚 Zweiter Versuch. Die Feen haben ihre Waffen noch.

📰 Was ist los?
Disney hat eine neue Animationsserie zu Artemis Fowl für Disney Channel und Disney+ bestellt. Autor Eoin Colfer ist diesmal selbst Executive Producer und soll gemeinsam mit Ben Juwono und Colleen Evanson tiefer in Figuren und Mythologie der Buchwelt eintauchen. Einen Starttermin, Sprecher oder erstes Serienmaterial gibt es bislang noch nicht.

🐛 Was denken wir?
Animation passt hervorragend zu dieser Mischung aus Feenmagie, futuristischer Technik und kriminellem Kinderhirn. Colfers Beteiligung ist ebenfalls ein starkes Signal, auch wenn die erste Disney-Inhaltsbeschreibung bereits zeigt, dass die Serie die Romanvorlage nicht einfach eins zu eins übernehmen wird. Entscheidend ist, dass Artemis wieder genügend Kanten behalten darf.

Artemis Fowl bekommt eine zweite Chance auf dem Bildschirm. Disney hat eine neue Animationsserie nach Eoin Colfers Fantasy-Bestsellern offiziell freigegeben, die sowohl für Disney Channel als auch Disney+ entsteht. Sechs Jahre nach dem Realfilm beginnt damit ein kompletter Neustart der Reihe.

Artemis Fowl blickt mit einem selbstbewussten Lächeln durch rot leuchtende Hightech-Brillengläser.
Artemis Fowl bekommt bei Disney eine neue Chance: Die kommende Animationsserie verbindet Feenmagie, futuristische Technik und das berüchtigte strategische Talent des jungen Genies. © Disney / Disney Television Animation / Eoin Colfer

Der entscheidende Unterschied sitzt diesmal allerdings direkt mit am Tisch: Eoin Colfer wird Executive Producer der Serie und soll dabei helfen, tiefer in Figuren, Mythologie und die ungewöhnliche Feenwelt seiner Bücher einzusteigen. Die Ankündigung erfolgte passenderweise während des Panels „25 Years of Artemis Fowl“ auf der New York Comic Con – genau in jenem Jahr, in dem der erste Roman sein 25. Jubiläum feiert.

🧠 Ein kriminelles Genie bekommt noch einmal seine Feen

Artemis Fowl ist kein gewöhnlicher Fantasyheld. Er wartet weder auf eine Prophezeiung noch stolpert er versehentlich durch ein magisches Portal, sondern entdeckt eine unterirdische Zivilisation hoch technisierter Feen und beginnt beinahe sofort darüber nachzudenken, wie sich diese Erkenntnis zu seinem Vorteil nutzen lässt.

Genau diese Mischung machte Colfers Reihe von Anfang an so eigen. Magie trifft auf Science-Fiction-Technologie, Feenpolizei auf organisierte Kriminalität und im Mittelpunkt steht ein Kind, das moralisch erheblich fragwürdiger handelt als die meisten klassischen Jugendbuchhelden.

Für eine Serie ist dieses Material eigentlich hervorragend geeignet. Die Bücher besitzen eine große wiederkehrende Figurenbesetzung, eine ausgearbeitete Unterwelt und genug Konflikte für erheblich mehr als einen einzelnen Film.

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🧚 Diese Feen tragen Waffen

Die Feenwelt von Artemis Fowl hat mit glitzernden Flügelwesen aus Kinderzimmergeschichten wenig gemeinsam. Ihre Bewohner leben verborgen unter der Erde, verfügen über fortschrittliche Technik und besitzen mit der LEP sogar ihre eigene bewaffnete Polizeiorganisation.

Eine der zentralen Figuren ist Holly Short, jene Elfe, deren Begegnung mit Artemis die gesamte Reihe ins Rollen bringt. Im Originalroman entführt der junge Meisterstratege Holly und verlangt Lösegeld, weil er damit das angeschlagene Vermögen seiner Familie wiederherstellen möchte.

Aus dieser ziemlich dreisten Ausgangslage entwickelt sich über die Bücher hinweg allerdings eine Beziehung, die wesentlich komplizierter wird. Aus Gegnern werden widerwillige Verbündete, während Artemis selbst langsam lernen muss, dass Intelligenz allein noch keinen besonders brauchbaren Menschen ergibt.

📚 Disney beschreibt den Anfang diesmal etwas anders

Interessant ist deshalb die erste offizielle Inhaltsbeschreibung der Animationsserie. Disney nennt Artemis 13 Jahre alt und beschreibt, wie er die unterirdische Welt bewaffneter, technologisch hoch entwickelter Feen entdeckt. Anschließend plant er, eines dieser Wesen zu fangen und dessen Magie zu stehlen, um seine sterbende Mutter zu heilen und seine Familie zu retten.

Das entspricht nicht vollständig dem Ausgangspunkt des ersten Romans. Dort ist Artemis zwölf, Holly wird für Lösegeld entführt und der wirtschaftliche Niedergang der Familie bildet einen wesentlichen Teil seiner Motivation.

Das muss für die Serie noch gar nichts Schlechtes bedeuten. Es zeigt allerdings schon jetzt, dass Colfers Beteiligung keine Garantie für eine wortgetreue Umsetzung Buchseite für Buchseite ist. Viel entscheidender wird sein, ob die neue Fassung Artemis wieder jene Mischung aus genialem Strategen, arrogantem kleinen Verbrecher und langsam wachsendem Menschen lässt, die ihn überhaupt interessant gemacht hat.

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🎬 2020 wollte Disney eine andere Geschichte erzählen

Die neue Serie beginnt ausdrücklich noch einmal neu und ist keine animierte Fortsetzung des Disney-Films von 2020. Dort wurde die Ausgangslage bereits erheblich umgebaut: Artemis suchte nach seinem entführten Vater und geriet dabei auf die Spur des mächtigen Aculos, während Holly und andere Elemente der Bücher in eine deutlich andere Handlung eingefügt wurden.

Die Animationsserie bekommt deshalb die Gelegenheit, die Welt noch einmal von Grund auf aufzubauen. Das ist gerade bei Artemis Fowl wichtig, weil die Bücher weniger von einem einzelnen großen Abenteuer leben als von der Entwicklung ihrer Figuren und einer Unterwelt, die über mehrere Bände immer größer wird.

Ein zweistündiger Film muss auswählen und verkürzen. Eine Serie kann dagegen auch Figuren wie Butler, Foaly, Commander Root und Mulch Diggums den Platz geben, den diese Welt benötigt.

✍️ Eoin Colfer sitzt diesmal im Maschinenraum

Genau hier wird Eoin Colfers Rolle als Executive Producer besonders interessant. Disney kündigt ausdrücklich an, dass seine kreative Perspektive genutzt werden soll, um tiefer in die Figuren und die Lore der Buchreihe einzusteigen.

Colfer arbeitet dabei mit Ben Juwono und Colleen Evanson zusammen. Juwono war unter anderem an Marvel’s Moon Girl and Devil Dinosaur sowie Big Hero 6: The Series beteiligt, Evanson arbeitete an Produktionen wie DuckTales und Monsters at Work.

Damit steckt hinter der Serie zumindest ein Team mit reichlich Erfahrung in längerer Animationserzählung. Für eine Buchreihe, deren Welt ständig zwischen Kriminalgeschichte, Fantasy, Technik und absurder Komik springt, ist das wahrscheinlich die sinnvollere Form als der nächste große Realfilm.

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📖 Acht Bücher, drei Fowl Twins und sehr viel Material

Der ursprüngliche Artemis-Fowl-Zyklus umfasst acht Romane. Danach führte Colfer die Welt mit der Fowl Twins-Trilogie weiter und machte Artemis’ jüngere Brüder Myles und Beckett zu neuen Hauptfiguren.

An Stoff mangelt es Disney also wirklich nicht. Allein die Hauptreihe führt Artemis von seiner ersten Konfrontation mit Holly über Dämonen, Zeitreisen und rivalisierende Genies bis zu Konflikten, die die gesamte Feenwelt bedrohen.

Ob die neue Serie mehrere Bücher adaptiert oder sich zunächst ausführlich auf den Anfang konzentriert, wurde noch nicht bekanntgegeben. Auch eine Episodenzahl fehlt bislang.

🌍 35 Millionen Bücher sprechen eine klare Sprache

Disney beziffert die weltweiten Verkäufe der Reihe inzwischen auf mehr als 35 Millionen Exemplare, veröffentlicht in 48 Sprachen. Das erklärt auch, warum das Unternehmen nach dem früheren Film nicht einfach einen Haken unter die Marke setzt.

Artemis Fowl besitzt weiterhin ein enormes internationales Publikum. Der erste Roman erschien 2001 und hat gerade eine neue Jubiläumsausgabe erhalten, wodurch die Ankündigung der Serie ziemlich genau zum richtigen Zeitpunkt kommt.

Die entscheidende Aufgabe besteht jetzt darin, nicht bloß den Namen wiederzuverwenden. Die Bücher haben eine sehr spezifische Persönlichkeit, und die hängt erstaunlich stark daran, dass Artemis anfangs eben kein netter Junge mit großem Herzen ist.

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😈 Bitte den kleinen Verbrecher nicht wieder glattbügeln

Das wird für mich der wichtigste Test der neuen Serie. Artemis funktioniert gerade deshalb, weil er zu Beginn brillant, arrogant, manipulativ und moralisch ausgesprochen flexibel ist. Seine spätere Entwicklung besitzt nur Gewicht, wenn er vorher tatsächlich etwas zu lernen hat.

Eine weichere Version, die ausschließlich aus noblen Gründen Feenmagie sucht, wäre deshalb riskant. Die neue offizielle Beschreibung mit der sterbenden Mutter macht mich an dieser Stelle zumindest etwas aufmerksam.

Andererseits sitzt diesmal der Autor selbst mit am Projekt. Wenn Colfer seinen eigenen Artemis dort wiedererkennt, hat die Serie schon einmal eine wesentlich bessere Ausgangsposition.

🧝 Animation könnte für diese Welt genau richtig sein

Auch die Wahl des Mediums halte ich für klug. Unterirdische Feenstädte, Zentauren mit Computerausrüstung, Trollangriffe, Magie, Hightech-Waffen und Mulch Diggums’ ausgesprochen spezielle körperliche Fähigkeiten müssen in Animation nicht ständig gegen die Grenzen realistischer Effekte kämpfen.

Dadurch kann die Welt wesentlich näher an jener Mischung aus Fantastik und überdrehter Technologie bleiben, die Colfers Bücher prägt. Eine Animationsserie muss Haven City nicht so aussehen lassen, als hätte jemand ein normales Bürogebäude mit ein paar digitalen Hologrammen dekoriert. Sie darf vollständig fremd werden.

📅 Ein Termin fehlt noch

Wann Artemis Fowl auf Disney Channel und Disney+ startet, ist noch offen. Disney hat bislang weder einen Veröffentlichungstermin noch Sprecher, Episodenzahl oder erstes Bewegtbildmaterial bekanntgegeben.

Die Serie besitzt aktuell also wirklich erst ihr grünes Licht und ihr kreatives Führungsteam. Weitere Details dürften folgen, sobald die Produktion weiter fortgeschritten ist.

Gerade deshalb ist die NYCC-Ankündigung trotzdem groß: Es handelt sich um keinen unverbindlichen Entwicklungsversuch. Disney hat die Serie offiziell bestellt.

🧚 Beim zweiten Versuch bitte mehr Artemis Fowl

25 Jahre nach seinem ersten Auftritt ist Artemis also wieder da – oder zumindest auf dem Weg zurück. Diesmal bekommt seine Welt mehr Zeit, ein Medium, das für die fantastischen Elemente ausgezeichnet geeignet ist, und vor allem Eoin Colfer selbst im Produktionsteam. Die erste Inhaltsbeschreibung zeigt zwar bereits, dass auch diese Version eigene Wege gehen dürfte, doch genau deshalb wird spannend, wie viel vom Charakter der Bücher am Ende tatsächlich auf dem Bildschirm landet.

Denn für einen guten Artemis Fowl braucht es gar keinen klassischen Helden.

Ein zwölf- oder dreizehnjähriges kriminelles Genie mit einem Entführungsplan wäre vollkommen ausreichend.

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