34 Jahre später hebt die Biene wieder ab: Apidya‘ Special ist erschienen

🧐 Im Fantasykosmos suchen

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Ein deutscher Amiga-Klassiker fliegt wieder

📰 Was ist los?
Apidya‘ Special ist heute digital für PC, PS5, Xbox und Nintendo Switch erschienen. Das von Mitgliedern des Originalteams mitentwickelte Remake baut den Amiga-Klassiker von 1992 komplett neu auf und ergänzt Breitbild, erweiterte Welten, Koop, neue Ereignisse und frische Studioaufnahmen von Chris Hülsbecks Soundtrack.

🐛 Was denken wir?
Hier wird ein alter Name nicht bloß emuliert und mit einem Filter versehen. Der unveröffentlichte Konsolenport, die Beteiligung des alten Teams und Hülsbecks neue Aufnahmen machen Apidya‘ Special zu einer erfreulich ernst genommenen Wiederbelebung deutscher Spielegeschichte.

Banner für den Newsletter im Fantasykosmos mit Gandalf, der den Leser nicht vorbeilässt,

🌼 34 Jahre später hebt die Biene wieder ab: Apidya‘ Special ist erschienen

Andere Shoot ’em ups schickten Anfang der 90er Raumschiffe gegen außerirdische Flotten. Das deutsche Kaiko ließ einen Mann lieber per Magie zur Biene werden, damit er zwischen Blumen, Insekten, Kanalisation und allerlei biologischem Wahnsinn um sich schießen konnte. Man muss Apidya zugutehalten: Verwechslungsgefahr mit der Konkurrenz bestand eher selten.

Eine kleine bewaffnete Biene fliegt durch eine farbenfrohe Pixelwelt aus riesigen Grashalmen und Pflanzen und kämpft gegen überdimensionale Kreaturen.
34 Jahre später fliegt Apidya wieder durch eine Welt, in der selbst eine Wiese zum Bossgebiet werden kann. © 2026 Team Apidya. Published by ININ Games

34 Jahre nach dem Amiga-Original ist diese Biene wieder in der Luft. ININ Games und Team Apidya haben Apidya‘ Special heute digital für PC, PlayStation 5, Xbox und Nintendo Switch veröffentlicht. Das Spiel ist keine emulierte Neuauflage, sondern ein von Grund auf rekonstruiertes Remake, an dem Mitglieder des ursprünglichen Teams beteiligt waren.

Dabei bleibt die herrlich sonderbare Ausgangslage erhalten. Der Magier Hexaae vergiftet Yuri mithilfe mutierter Insekten, woraufhin Ikuro sich mit Magie selbst in eine Biene verwandelt und aufbricht, um ein Gegengift zu beschaffen. Was 1992 schon nach japanischem Arcade-Spiel klang, obwohl es aus Deutschland kam, sieht heute immer noch angenehm aus der Zeit gefallen aus.

🐝 Kein Emulator, sondern ein zweites Leben für das Original

Für Apidya‘ Special wurde der alte Code nicht einfach in einen modernen Rahmen gesteckt. Team Apidya hat das Spiel neu aufgebaut und dabei auf eine ungewöhnliche historische Grundlage zurückgegriffen: In die neue Fassung fließen auch Grafiken und Ideen aus einem Konsolenport ein, der bereits in den 90er Jahren geplant, aber nie veröffentlicht wurde.

Das Ergebnis bezeichnet ININ als „24-Bit-Pixel-Remake“. Neue Pixelgrafiken ergänzen Originalmaterial, weitere Soundeffekte kommen hinzu und die Spielwelt wurde ausgebaut. Wer möglichst nah an 1992 bleiben möchte, kann trotzdem auf die klassische 4:3-Darstellung zurückschalten; daneben steht ein modernes Breitbild mit zusätzlichen Parallax-Effekten zur Verfügung. CRT-Shader, Scanlines, Bloom und simulierte Lochmasken dürfen den modernen Bildschirm auf Wunsch wieder in Richtung Röhrenzeitalter ziehen.

Gerade diese Wahlmöglichkeit ist eine angenehm vernünftige Form von Retro-Pflege. Das Original soll erkennbar bleiben, ohne dass neue Spieler deshalb so tun müssen, als stünde neben dem Schreibtisch noch ein Amiga 500 mit Diskettenbox.

🎬 Die Biene hebt wieder ab

Der Launch-Trailer zeigt Apidya‘ Special zwischen klassischem 4:3-Look, neuem Breitbild, Koop und den herrlich sonderbaren Insektenwelten.

🌿 Fünf Welten, 20 Bosse und ziemlich große Insekten

Die Neuauflage begnügt sich nicht damit, alte Level breiter darzustellen. Die fünf Themenwelten Meadow, Pond, Sewers, Cyber und Lair wurden erweitert und umfassen nun jeweils bis zu fünf Abschnitte. Insgesamt warten 20 unterschiedliche Bosse sowie versteckte Spezialstufen.

Damit bleibt auch die vielleicht größte Stärke von Apidya erhalten: seine absurde biologische Fantasiewelt. Statt Asteroidenfeldern und Raumstationen fliegt Ikuro durch Graslandschaften, Wasserregionen und schmutzige Kanalisationen, während Käfer, Pflanzen, Fische und andere Kreaturen plötzlich Dimensionen erreichen, bei denen ein gewöhnlicher Kammerjäger nur noch höflich kündigen würde.

Zusätzlich können zufällige Ereignisse einzelne Durchgänge verändern. ININ nennt etwa einen Nachtmodus mit eigenen Gegnersprites. Ein neuer Koop-Modus lässt einen zweiten Spieler ebenfalls als bewaffnete Biene mit eigenen Waffen mitmischen, während modernisierte Schwierigkeitsoptionen den notorisch anspruchsvollen Klassiker auch für Menschen öffnen sollen, die ihre Reflexe nicht seit 1992 konserviert haben.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎵 Chris Hülsbeck lässt den Amiga wieder klingen

Bei Apidya wäre eine Rückkehr ohne Chris Hülsbeck allerdings nur die halbe Geschichte. Sein Soundtrack zählt zu jenen Amiga-Kompositionen, die weit über das eigentliche Spiel hinaus in Erinnerung geblieben sind. Für Apidya‘ Special hat Hülsbeck deshalb neue Studiofassungen der klassischen Stücke produziert.

Die aufwendigere physische Special Edition soll später zusätzlich eine Zwei-CD-Sammlung mit dem vollständigen Original-Soundtrack, den neuen Studioversionen und Originalaufnahmen der Amiga-Musik enthalten. Dazu kommt ein History Artbook über die Entstehung und Geschichte des Spiels. Allerdings müssen Sammler darauf länger warten: ININ hat zum heutigen Digitalstart bestätigt, dass die physischen Fassungen nun erst für den Winter vorgesehen sind.

Das macht aus Apidya‘ Special auch ein kleines Stück deutscher Spielegeschichte. Programmierer Peter Thierolf und Grafiker Frank Matzke gehörten Anfang der 90er zu Kaiko, während Hülsbecks Musik jene Mischung aus deutscher Heimcomputer-Szene und japanisch inspirierter Arcade-Ästhetik komplettierte, durch die Apidya bis heute so eigenartig wirkt.

Boney Jones präsentiert die besten Memes der Fantasygeschichte. Boney der Skelett-Pirat.

🎮 Heute Release, morgen Gamescom

Das Timing könnte für die Rückkehr kaum passender sein. Einen Tag nach der Veröffentlichung beginnt in Köln die Gamescom, und Team Apidya wird vom 26. bis 30. August selbst vor Ort sein. Zu finden ist das Team im Retro-Bereich in Halle 10.2 an den Ständen 6 bis 8.

Für PC-Spieler läuft auf Steam außerdem eine Einführungsaktion mit zehn Prozent Rabatt bis zum 1. September. Dort wird Apidya‘ Special zusammen mit X-Out: Resurfaced sogar als Paket unter der ziemlich treffenden Bezeichnung „German Shmup Legends“ angeboten.

Damit hat ausgerechnet eine magische Biene den Sprung geschafft, den viele größere deutsche Spiele ihrer Generation nie bekamen: mehr als drei Jahrzehnte später noch einmal vollständig neu gebaut zurückzukehren. Und wenn Ikuro nach 34 Jahren immer noch gegen Riesenraupen antreten muss, war das mit dem Gegengift offenbar wirklich eine langfristige Angelegenheit.

Nichts als die Wahrheit. Schmaler Banner für den Arkanen Moosverhetzer. Ein Moosling mit Blatthelm, der wütend eine Propagangazeitung liest.