Annette Marie – Kein Kuchen für Vampire (Rezension)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Annette Marie – Kein Kuchen für Vampire

📚 Kurzfazit
Solider zweiter Demonized-Band mit viel Tempo, funktionierendem Vampir-Plot und einem Dämon, der regelmäßig die Show stiehlt. Kein Totalausfall, aber auch kein Serienhöhepunkt.

😒 Was nervt?
Robin dreht sich immer noch etwas zu oft im Kreis, wenn es um Selbstzweifel geht, und das Guild-Codex-Universum setzt Vorkenntnisse voraus, die Einsteiger schnell überfordern können.

✨ Was funktioniert?
Der Humor sitzt deutlich besser als im Auftakt, Zylas bleibt ein herrlich gefährlicher Szenenräuber und die Vampir-Intrige sorgt für einen klaren Spannungsbogen. Die Welt wirkt gewachsen, nicht aufgeblasen.

🧠 Figuren und Welt
Robin ist eine klassische Underpower-Heldin, deren Stärken eher im Denken als im Kämpfen liegen, Zylas ist Dämon, Waffe und moralische Reibfläche in einem. Die Guild-Codex-Welt mit Crow-and-Hammer-Gilde, MagiPol, Dämonen-Verträgen und Vampir-Clans ist dicht genug, um mehrere Reihen zu tragen, und Kein Kuchen für Vampire nutzt dieses Fundament ordentlich aus.

🐦 Crowbah meint
Ein Urban-Fantasy-Roman wie ein guter Serienabend: unterhaltsam, schnell vorbei, mit ein paar echten Highlights und ein paar Szenen, die man beim nächsten Mal gern etwas mutiger geschrieben sähe.

🧁 Annette Marie – Kein Kuchen für Vampire: Dämonen-Vertrag, Vampir-Chaos und Zuckerschock im Guild-Codex-Universum

Magie ist für Robin Page immer etwas gewesen, das man aus sicherer Entfernung betrachtet. Jetzt backt sie Cookies für einen Dämon, der sie im Gegenzug am Leben hält und mit ihr durch eine Stadt voller übermotivierter Vampire stolpert. Kein Kuchen für Vampire setzt direkt auf den Ereignissen von Ein Cookie für den Dämon auf und schickt das ungleiche Duo Robin und Zylas noch tiefer in das Gildengeflecht und die Dämonen-Politik des Guild-Codex-Universums. Die Zutatenliste klingt nach Zuckerwatte, tatsächlich serviert Annette Marie aber einen erstaunlich knackigen Urban-Fantasy-Cocktail aus Intrigen, Blutmagie und slapsticknahen Fehlentscheidungen.


🧭 Worum geht’s eigentlich?

Robin Page ist immer noch widerwillige Kontraktorin des Dämonen Zylas, an den sie seit dem ersten Band magisch gebunden ist. Offiziell arbeitet sie für die Crow-and-Hammer-Gilde, inoffiziell versucht sie, ihren verbotenen Pakt vor MagiPol, Gildenrat und neugierigen Kollegen zu verbergen. Gleichzeitig sucht sie verzweifelt nach dem Familien-Grimoire, das der Schlüssel zu Zylas Freiheit und zu den Geheimnissen ihrer eigenen Herkunft sein könnte.

Als in der Stadt plötzlich ungewöhnlich starke Vampire auftauchen, die organisiert zuschlagen und sogar Zylas an seine Grenzen bringen, steckt Robin schneller als ihr lieb ist mitten in einer Intrige aus Blutmagie, alten Feinden und Gildenpolitik. Hinweise führen zu einem Vampir-Kult, der über Leichen geht, um sich einen Platz an der Spitze der übernatürlichen Nahrungskette zu sichern. Gemeinsam mit Zylas, ihrer Cousine und ein paar mehr oder weniger vertrauenswürdigen Gildenmitgliedern versucht Robin, die Spur zum Grimoire mit dem Vampir-Fall zu verbinden, bevor entweder MagiPol ihren Pakt entdeckt oder der nächste überzüchtete Blutsauger sie erledigt.

Zwischen Einsätzen, Verhören und nächtlichen Patrouillen wächst die Bindung zwischen Robin und Zylas weiter. Der Dämon verteidigt sie aus vertraglicher Pflicht und eigener Sturheit, während Robin lernen muss, dass Kontrolle nicht nur bedeutet, den Dämon an der Leine zu halten, sondern auch sich selbst zuzutrauen, Entscheidungen zu treffen. Am Ende steht weniger eine weltverändernde Offenbarung als die Erkenntnis, dass dieser Kuchen aus Verantwortung, Vertrauen und Machtspielen nicht mehr so leicht zu entkommen ist, wie Robin gehofft hatte.

🔍 Stärken & Schwächen

🖋 Stil

Annette Marie bleibt ihrem Markenzeichen treu: lockere, dialoggetriebene Sprache, die sich wegliest wie eine gut geschriebene Streaming-Serie. Der Text setzt auf schnelle Schlagabtäusche, innere Kommentare aus Robins Sicht und kurze, klare Beschreibungen von Kämpfen und Magieeinsätzen. Viele Leser mögen genau diesen „leichtfüßigen“ Stil, der selbst in den ernsteren Momenten noch genug Luft für Humor lässt.

Literarische Experimente darf man hier nicht erwarten, dafür eine saubere, angenehme Erzählerstimme, die ihre Zielgruppe kennt. An wenigen Stellen wirken die inneren Monologe etwas zu lang, wenn Robin erneut erklärt, warum sie sich für unfähig hält, statt die Handlung sprechen zu lassen. Insgesamt bleibt der Roman aber sprachlich klar über dem üblichen Romantasy-Durchschnitt.

🧍‍♂️ Figuren

Das Herzstück der Demonized-Reihe ist die Dynamik zwischen Robin und Zylas. Er ist kein gezähmter Kuscheldämon, sondern ein Wesen mit eigenem Ehrenkodex, das sehr klar macht, dass seine Loyalität an einen Vertrag und ein paar blechdosenvolle Keksdosen gebunden ist. Gerade diese Mischung aus Gefahr und Schutzfunktion macht ihn interessant und verhindert, dass er in der üblichen Dämonen-Boyfriend-Schablone verschwindet.

Robin dagegen ist bewusst keine strahlende Supermagierin. Sie ist überfordert, untrainiert und versucht, sich mit Verstand, Mut und gelegentlicher Verzweiflung durchzuschlagen. Das ist sympathisch, gleichzeitig aber auch der Punkt, an dem der Text sich am häufigsten im Kreis dreht: Ihre Selbstzweifel wiederholen sich, ohne immer in klare Entwicklungsschritte übersetzt zu werden. Nebenfiguren wie Gildenmitglieder, Vampir-Gegenspieler oder Crow-and-Hammer-Bekannte funktionieren als farbige Kulisse, bleiben aber meist nah an bekannten Serien-Typen.

🕒 Tempo und Aufbau

Erzählrhythmus und Spannungsbogen gehören zur klaren Stärke des Buchs. Kein Kuchen für Vampire gönnt sich nur kurze Verschnaufpausen zwischen Einsätzen, Gildenbesprechungen und Nachforschungen. Die Vampir-Angriffe setzen immer wieder klare Schwerpunkte, und der Plot rast in überschaubarer Seitenzahl auf einen ordentlichen Showdown zu.

An wenigen Stellen wäre etwas mehr Raum für Konsequenzen angenehm gewesen, etwa nach besonders heftigen Konfrontationen. Insgesamt ist das Tempo aber genau das, was man von einem zweiten Demonized-Band in diesem Universum erwartet.

✨ Atmosphäre und Welt

Die Guild-Codex-Welt steht längst auf eigenen Füßen, und Kein Kuchen für Vampire nutzt das konsequent. Gilde, Dämonen-Hierarchien, MagiPol, Vampir-Clans und die vertrauten Schauplätze aus der Spellbound-Reihe ergeben ein urbanes Fantasy-Geflecht, das sich organisch anfühlt. Der Vampir-Fokus bringt eine angenehm düstere Note hinein, ohne den humorvollen Kern zu erdrücken.

Man spürt, dass dies ein Spin-off ist, das sich nahtlos in ein größeres Universum einfügt. Für Fans ist das ein Genuss, für Neulinge ein potenzieller Stolperstein, weil viele Anspielungen und Verbindungen erst mit Serienwissen wirklich zünden.


📜 Fazit:

Kein Kuchen für Vampire ist genau das, was der Titel verspricht: ein weiterer Ausflug in ein Urban-Fantasy-Universum, in dem Dämonen mit Gebäck bezahlt werden, Vampire deutlich zu viel Aufrüstung erfahren haben und eine überforderte Bibliotheksratte versucht, zwischen all dem Wahnsinn nicht unterzugehen. Der Roman erfindet das Genre nicht neu, aber er liefert eine unterhaltsame Mischung aus Action, Humor und langsam köchelnder Anziehung zwischen Robin und Zylas.

Die Schwächen liegen weniger in der Konstruktion der Welt als in Robins wiederkehrender Unsicherheit und darin, dass einige Nebenfiguren nie ganz aus ihrem Serien-Tropen-Käfig ausbrechen. Trotzdem macht der Band deutlich, warum Annette Marie mit dem Guild-Codex-Kosmos weltweit Leser einsammelt: Die Bücher sind kompakt, klar strukturiert und wissen genau, welchen Ton sie treffen sollen.

Für den Fantasykosmos bleibt das Urteil damit eindeutig: kein Pflichtkauf, aber ein angenehmer Besuch in einer vertrauten Serienwelt, der Fans des ersten Demonized-Bandes zufriedenstellen dürfte. Wer komplexe, düstere Fantasy sucht, schaut sich anderswo um, wer dagegen Urban-Fantasy mit Dämonen-Charme und Vampir-Gewusel mag, bekommt hier solide Kost auf gutem Drei-Sterne-Niveau.

🌟 Bewertung

Varanthis-Skala: ★★
„Unterhaltsamer Dämonen-Vampir-Abend mit Zuckerglasur, der gut mundet, aber nicht lange satt hält.“

Buchcover von »Tage einer Hexe« vor einem alten Bücherregal: dunkelgrüner Hintergrund mit goldener Serifenschrift, umrahmt von floralen Ranken und Blüten, unten ein kreisförmiges magisches Symbol und das Logo der Hobbit Presse Klett-Cotta.

Autorin: Annette Marie
Titel: Kein Kuchen für Vampire
Serie: Guild Codex: Demonized, Band 2
Verlag: Second Chances Verlag
Übersetzung: Jeannette Bauroth
Seitenanzahl: 284 Seiten, Paperback
Erstveröffentlichung: 2026
ISBN:  978-3-98906-110-1

Leseprobe, symbolisiert durch ein aufgeschlagenes, antikes Buch.
Offizielle Leseprobe zu Annette Marie – Kein Kuchen für Vampire bei Second Chances.
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