Angus McSix – Angus McSix and the All-Seeing Astral Eye (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Angus McSix – Angus McSix and the All-Seeing Astral Eye

🧿 Kurzfazit
Angus McSix liefern auf Angus McSix and the All-Seeing Astral Eye genau den Irrsinn, den der Titel verspricht: sternenverstrahlten Power-Metal mit Comic-Pathos, Riesenchören und einer fast schon sportlichen Weigerung, irgendeine Grenze des guten Geschmacks in Ruhe zu lassen. Das ist oft sehr unterhaltsam, aber nicht mehr ganz so treffsicher wie das Debüt.

🎯 Für wen?
Für Leute, die Gloryhammer, Freedom Call und Avantasia nicht als Musik, sondern als betreuten Freizeitpark begreifen. Also für alle, die Sternenritter, Chorbombast, Fantasy-Klamauk und bewusst bescheuerte Heldenposen lieben.

🎧 Wie klingt das?
Große Keyboards, noch größere Refrains, neonheller Bombast und ein Sound, der lieber glitzert als zuschlägt. Die Platte will nicht schmutzig oder gefährlich sein, sondern maximal überdreht, eingängig und galaktisch albern.

💿 Highlights
6666, Dig Down, The Power Of Metal

⚠️ Nichts für dich, wenn…
du bei selbstironischem Power-Metal schon nach drei Minuten den Wunsch verspürst, den Strom im ganzen Sternensystem abzuschalten.


‪‪👁️ Angus McSix – Angus McSix and the All-Seeing Astral Eye: Das Heldenepos stolpert ins Neonplanetarium

Machen wir uns da bitte nichts vor: Angus McSix standen schon immer für die Erkenntnis, dass man Pathos, Plastikschwert und Weltraumquatsch nur konsequent genug zusammenrühren muss, damit am Ende tatsächlich ein Geschäftsmodell daraus wird. Auf Angus McSix and the All-Seeing Astral Eye, dem zweiten Album der Band, wird diese Formel nun noch weiter aufgeblasen: neuer Frontmann, neue Quest, neue Gäste, neue Übertreibungsstufe.

Der große Aufhänger ist natürlich der Wechsel an der Spitze. Thomas Winkler ist hier nicht mehr der Mann fürs komplette Album, sondern taucht auf 6666 nur noch als eingefrorener Ex-Held aus dem Eisblock auf, ehe Adam McSix alias Samuel Nyman das Zepter übernimmt. Das ist so absurd, dass man fast eine Art morbiden Respekt verspüren muss. Noch absurder ist nur, dass es tatsächlich funktioniert: Nyman passt erstaunlich gut in diese goldene Weltraumoper, weil er den nötigen Heroen-Schmiss mitbringt, ohne wie eine billige Notlösung zu wirken. Wir tauchen ein in ein ganzes Universum voller Klamauk und schreiender Farben.

🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Power Metal, Symphonic Metal
Vergleichbar mit: einer sternenvernebelten Kreuzung aus Gloryhammer, Freedom Call und Avantasia, die unterwegs noch einen Neon-Eimer bei Van Canto und einen Kitschcontainer bei Eurovision geklaut hat.
Klangfarbe: Angus McSix and the All-Seeing Astral Eye klingt größer als nötig, heller als gesund und dümmer, als es eigentlich sein dürfte. Viel Keyboard-Glanz, viel Chor, viel Refrain und erstaunlich wenig Hemmung. Die Platte will keine stählerne Machtmaschine sein, sondern ein Fantasy-Musical für Leute, die auch bei Drachenrittern gern noch Glitzer auf dem Umhang hätten.

Highlights

6666

So eröffnet man ein Album, wenn einem jeder Rest von Bescheidenheit längst als Verrat gilt. 6666 ist Fackelübergabe, Rückkehr aus dem Eis und galaktische Selbstkrönung in einem. Dass Thomas Winkler hier noch kurz als gefangener Angus auftaucht, macht den Song zusätzlich herrlich bekloppt. Vor allem aber hat das Ding genau den überzogenen Refrain-Alarm, für den man diese Band entweder liebt oder sehr schnell sehr müde anstarrt.

Dig Down

Mit Van Canto als Gästen wird aus dem Song eine Art A-cappella-Sternenmarsch mit eingebautem Grinsezwang. Das ist objektiv Quatsch, subjektiv aber einer der Momente, in denen das Album seinen Irrsinn am besten kanalisiert. Wenn Angus McSix schon albern sein wollen, dann bitte so: eingängig, forsch und mit genügend Selbstvertrauen, um selbst den letzten Rest Würde noch in den Orbit zu schießen.

The Power Of Metal

Allein der Titel klingt, als hätte man einen Power-Metal-Generator mit Bier und Sternenstaub gefüttert. Mit Freedom Call als Verstärkung wird daraus eine Hymne, die so schamlos nach erhobenen Fäusten und breitbeinigem Pathos greift, dass man sich kaum entscheiden kann, ob das nun glorreich oder komplett drüber ist. Wahrscheinlich ist es beides. Genau deshalb bleibt der Song hängen.


🎨 Artwork

Das Cover ist kein Artwork, das ist eine mega-schrilles Statement gegen jegliche Form von Zurückhaltung. Oben das riesige Logo wie ein vergoldetes Schwert-Monument, darunter ein kosmisches Auge, Skelette, Laser, Zauberblitze, Weltraumstrudel und eine Heldentruppe, die aussieht, als hätte jemand eine komplette Tabletop-Vitrine in einen 80er-Airbrush-Kometen geschossen. In der Mitte steht der neue Frontheld, flankiert von Ork, Amazone und Axtträgerin, während im Hintergrund das Universum so explodiert, als gäbe es dafür Fördermittel.

Das Schöne daran: Dieses Cover lügt keinen Millimeter. Es verspricht nicht Tiefgang, Dunkelheit oder künstlerische Ambivalenz. Es verspricht maximalen Sternenstahl-Klamauk in Hochglanzfarben. Und genau das liefert die Platte dann auch. So gesehen ist das Cover fast schon vorbildlich ehrlich.


🪦 Besondere Momente

Die Platte lebt davon, dass sie ihre eigene Lächerlichkeit nicht verdrängt, sondern geschniegelt auf den Thron setzt. Schon die Story um den eingefrorenen Angus, den telepathisch alarmierten Bruder Adam und die Rettung mit der Macht der Six Sixtus Stellar Superlords ist so konsequent bescheuert, dass man entweder kapituliert oder mitmarschiert. Dazwischen tauchen Gäste wie Rhapsody Of Fire, Van Canto, Turmion Kätilöt und Freedom Call auf, als hätte jemand das Line-Up eines Fantasy-Festivals per Würfelbecher festgelegt.

Noch besser wird es, wenn man den ganzen Überbau betrachtet. Die Deluxe-Box zum Album kommt nicht nur mit Bonus-CDs, sondern auch mit Animal-Vocals-Version, Track-by-Track-Kommentar, Karaoke-CD und einer Taschenlampe mit Flaschenöffner-Funktion. Das ist kein normales Veröffentlichungsumfeld mehr, das ist bereits die Merch-Version eines Fiebertraums. Und ehrlich gesagt passt genau das perfekt zu einer Band, die sich nicht entscheidet, ob sie Parodie, Pathos oder Party sein will, sondern lieber alles gleichzeitig spielt.

Musikalisch liegt genau dort auch die kleine Schwäche. Das Album ist oft sehr unterhaltsam, aber nicht immer scharf genug gebaut. Vieles ist auf Ohrwurm, Glanz und Schmunzeln getrimmt. Die Gitarren wirken dabei öfter wie höfliche Begleittruppe des Keyboard-Theaters statt wie das eigentliche Katapult. Das macht Angus McSix and the All-Seeing Astral Eye angenehm leicht konsumierbar, nimmt ihm aber auch etwas von der Wucht, die so ein Konzeptmonster eigentlich bräuchte.

📜 Hintergrund

Angus McSix starteten 2023 mit Angus McSix and the Sword of Power, das laut Napalm Records direkt in die Top 10 der deutschen Albumcharts schoss. Für das zweite Album wurde die Rollenverteilung im eigenen Fantasy-Zirkus nun sichtbar umgebaut: Adam McSix alias Samuel Nyman übernimmt als neuer Hauptheld und Leadsänger, während mit Jasmin Pabst als The Dwarf auch eine neue Gitarristin dazustößt. Thalia Bellazecca bleibt als Thalestris dabei, Gerit Lamm trommelt weiterhin als Ork Zero, und Sebastian Levermann hängt als Archdemon Seebulon noch tiefer in diesem Sternenquatsch-Kosmos, als ohnehin schon zu befürchten war.

Die Story des Albums ist ebenfalls offiziell so herrlich drüber, dass man sie kaum bekloppter erfinden könnte: Angus wird von Seebulon überwältigt, eingefroren und an einen unbekannten Ort verschleppt, ruft telepathisch nach seinem Bruder Adam, und der zieht mit neuen und alten Verbündeten los, um ihn mithilfe der Six Sixtus Stellar Superlords aufzuspüren. Wer da noch von subtiler Erzählkunst spricht, hat vermutlich auch ein Schwert mit integrierter Diskokugel im Keller hängen.

🪓 Fazit: Großes Kino für alle, die keine Angst vor goldenem Unsinn haben

Angus McSix and the All-Seeing Astral Eye ist kein Album für Menschen, die im Power-Metal Ernsthaftigkeit, Härte oder Eleganz suchen. Dieses Ding will unterhalten. Es will glitzern, posen, erzählen, chargieren und bei Bedarf auch komplett aus dem Fenster springen, solange unten ein Chor wartet. Das klappt oft ziemlich gut. Vor allem dann, wenn die Band ihre Hooks sauber setzt und den ganzen Irrsinn nicht erklärt, sondern einfach mit bemüht ernstem Gesichtsausdruck durchzieht.

Ganz so zielsicher wie das Debüt wirkt das neue Kapitel allerdings nicht. Manches ist mehr flacher Gag mit wenig Trefferwirkung, mehr Neon als Nachdruck, mehr Grinsen als Granit. Trotzdem bleibt unter dem ganzen Sternenstaub genug übrig, um das Ding klar als Erfolg zu verbuchen. Wer heroischen Quatsch mit eingängigen Refrains und Fantasy-Kirmes-Aura liebt, bekommt hier reichlich Futter. Wer weniger Show und mehr Stahl will, dürfte irgendwann genervt zu einem Drachenfriedhof mit grimmiger guckenden Wächter weiterziehen.

Albumcover von Angus McSix and the All-Seeing Astral Eye: knallbunte Weltraum-Fantasy-Szene mit riesigem Angus-McSix-Logo, kosmischem Auge, Skelettmagier, Ork, Kriegerfiguren, Laserstrahlen, Galaxien und apokalyptischem Sternenbombast.
Künstler:Angus McSix
Albumtitel:Angus McSix and the All-Seeing Astral Eye
Erscheinungsdatum:13. März 2026
Genre:Power Metal, Symphonic Metal
Label:Napalm Records
Spielzeit:ca. 41 Minuten

Trackliste:

6666
The Fire Of Yore
I Am Adam McSix (feat. Rhapsody Of Fire)
Dig Down (feat. Van Canto)
Techno Men (feat. Turmion Kätilöt)
Ork Zero
Starlight Stronghold
Aetheriyja
Let The Search Begin
The Power Of Metal (feat. Freedom Call)
Into Battle

🩸 Offizielles Video

Offizielles Musikvideo zu „Dig Down“ – ein galaktischer Chor-Hymnenritt zwischen Sternenquatsch, A-cappella-Metal und sehr bewusstem Power-Metal-Kitsch. Bereitgestellt vom offiziellen Napalm Records-Channel auf YouTube:

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