Amber V. Nicole – The Dawn of the Cursed Queen (Götter & Monster 3) (Rezension)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Amber V. Nicole – The Dawn of the Cursed Queen

📚 Kurzfazit
Der bisher stärkste Band des Götter-und-Monster-Zyklus: emotional, grausam, stellenweise erschöpfend – und trotzdem schwer wegzulegen.

😒 Was nervt?
Überladene Länge, POV-Hopping im späteren Verlauf und eine Protagonistin, die selbst für Dark-Fantasy-Verhältnisse gelegentlich an der Grenze zur Selbstparodie steht.

✨ Was funktioniert?
Die komplexe Dianna–Samkiel-Dynamik, ein deutlich besser fokussierter Konflikt mit Kriegsgöttin Nismera und das Gefühl, dass das Universum wirklich größer wird statt nur lauter.

🧠 Figuren und Welt
Ein grimmiges, aber konsequent durchgezogenes Ensemble aus Göttern, Monstern und gebrochenen Menschen, das endlich so viel Tiefe bekommt, wie der erste Band damals schon versprochen hat, nur weniger chaotisch.

🐦 Crowbah meint
„Große Götterkriegs-Gefühle, viel Trauma, viel Kettenrasseln. Wer Band 1 überlebt hat, wird hier mit der besseren Version derselben Obsession belohnt.“

🐍 Amber V. Nicole – The Dawn of the Cursed Queen (Götter & Monster 3): Wenn die Göttersoap auf Endgame schaltet

Der dritte Band einer Dark-Fantasy-Reihe ist immer so etwas wie der Stresstest: Entweder alles wächst zusammen oder es zerfasert in Hype, Nebenfiguren und Endlos-Drama. The Dawn of the Cursed Queen ist genau an diesem Punkt angekommen. Nach dem chaotischen, oft nervigen Auftakt The Book of Azrael und dem deutlich konzentrierteren zweiten Teil legt Amber V. Nicole jetzt den bisher umfangreichsten Band vor: über 670 Seiten im Original, 848 Seiten in der deutschen Ausgabe, massenhaft POVs und ein Fanrating von rund 4,26 Sternen bei 2.400+ StoryGraph-Reviews.

Die Frage ist also nicht, ob der Roman seine Zielgruppe bedient, das tut er mit geradezu sadistischer Konsequenz. Spannender ist, ob hinter all den „morally-grey-Characters“, Trigger-Warnungen und TikTok-Tears tatsächlich eine funktionierende Geschichte steckt.

Spoiler: Ja, tut es. Aber sie trägt ihre Schwächen wie ein etwas zu lang gespielter Endbosskampf.


🧭 Worum geht’s eigentlich?

Ausgangspunkt: Die Ereignisse aus The Throne of Broken Gods haben Dianna und Samkiel buchstäblich in Stücke geschlagen. Dianna hat sich in die Hölle der Götterdeals gestürzt, um Samkiels Seele zu retten, und einen Preis bezahlt, über den er nichts wissen darf. Samkiel kämpft derweil mit den Nachwirkungen von Folter, Verrat und dem Verlust seiner engsten Verbündeten.

Während die beiden damit beschäftigt sind, überhaupt wieder auf die Füße zu kommen, besetzt Kriegsgöttin Nismera still und gnadenlos die Lücken im Machtgefüge. Sie nutzt jede Schwäche, jeden Riss im Bündnis der Hand, um ihren Platz auf dem Thron endgültig zu zementieren.

Der Roman schaltet deutlich stärker auf Ensemble-Modus:

  • Dianna ringt mit Schuld, Zorn und der Frage, wie viel Mensch von ihr überhaupt noch übrig ist.
  • Samkiel versucht, seine PTSD, seine Abhängigkeit und seine Rolle als Waffe in den Griff zu bekommen.
  • Nismera bekommt eigene, giftig-faszinierende Kapitel, die deutlich machen, dass sie mehr ist als nur „die böse Kriegsgöttin im Hintergrund“.
  • Nebenfiguren wie Vincent, Reggie oder Logan treten aus der Kulisse hervor und tragen eigene Handlungsbögen.

Daraus entsteht ein Plot, der zwischen Heilungs-Ark, Palast-Intrige und Göttinnen-Schachbrett pendelt:
Es geht weniger darum, einen konkreten MacGuffin zu jagen, sondern darum, ob Dianna und Samkiel ihre Kräfte und ihr Vertrauen rechtzeitig wiederfinden, bevor Nismera die Welt endgültig im totalen Krieg versenkt.

🔍 Stärken & Schwächen

🖋 Stil

Amber V. Nicole bleibt ihrer Dark-Romantasy-Sprache treu: bildreich, pathetisch, stellenweise überladen – aber deutlich kontrollierter als im Debüt. Kampf-Szenen und göttliche Setpieces (Tempel, Visionen, Monster-Auftritte) sind atmosphärisch dicht und klar choreografiert. Mehrere Rezensenten beschreiben das Buch als „emotionalen Wirbelsturm“, der Figurendrama, Action und Romance gleichzeitig hochdreht.

Schwachpunkt bleibt der Hang zum Gefühls-Overkill: Manche innere Monologe drehen ihre Schleifen zwei-, dreimal zu oft, und nicht jeder Cliffhanger am Kapitelende ist nötig. Aber im Vergleich zu The Book of Azrael wirkt das Ganze inzwischen wie eine Autorin, die ihre eigenen Exzesse im Griff hat, statt von ihnen überrollt zu werden.

🧍‍♂️ Figuren

Hier spielt The Dawn of the Cursed Queen seine größte Stärke aus.

  • Dianna ist nach wie vor kein Wohlfühl-Charakter, aber ihre Mischung aus Opferbereitschaft, Zorn und rücksichtsloser Liebe wirkt in diesem Band wesentlich schlüssiger. Ihre Trauer um Schwester und Seele wird konkret, nicht nur behauptet.
  • Samkiel bekommt endlich den Heilungsbogen, den Band 2 vorbereitet hat: Trauma, Selbsthass, Abhängigkeit, das wird deutlich differenzierter erzählt als die „Broody-Gott-mit-Abs“-Schablone, die viele Reihen nicht verlassen.
  • Nismera ist als Kriegsgöttin kein subtiler Charakter, aber eine wirkungsvolle Antagonistin: brutal, kalt kalkulierend und geerdet in einer klaren Logik von Macht und Opfer.

StoryGraph-Reviews heben besonders hervor, dass die Charakterentwicklung im dritten Band „komplexer“, „dunkler“ und „emotionaler“ geworden ist, inklusive einer Found-Family-Dynamik, die nicht nur Dekoration ist, sondern tatsächliche Konsequenzen hat.

Negativ fällt auf, dass Dianna durchaus auch ein wenig zur „least favourite character“ geworden ist, weniger wegen fehlender Tiefe, sondern wegen ihrer Härte und Egomanie. Wer mit moralisch grauen, manchmal schlicht unsympathischen Hauptfiguren wenig anfangen kann, wird hier nicht umgestimmt.

🕒 Tempo und Aufbau

Der Roman ist lang – in der deutschen Ausgabe 848 Seiten Klappenbroschur – und er fühlt sich auch so an.

Die erste Hälfte arbeitet überraschend konzentriert:

  • Fokus auf Heilung, Geheimnisse zwischen Dianna und Samkiel, langsam eskalierende Bedrohung durch Nismera.

Im zweiten Teil schaltet das Buch dann in den „Alles muss rein“-Modus: mehr POVs, mehr Nebenplots, mehr Schlachtfelder. Das funktioniert als Vorbereitung für den vierten Band, kostet aber Tempo. Es liegt dabei auf der Hand, dass der dritte Band nicht der spannendste der Reihe ist, aber er ist eben auch notwendig, um eine solide Brücke zum Finale zu bauen. Das funktioniert hier tatsächlich ziemlich gut.

✨ Atmosphäre und Welt

Die Reihe bleibt spicy Dark-Fantasy mit Romanzen-Garantie und Trigger-Warnungs-Liste: Gewalt, Folter, psychischer Missbrauch, religiöser Fanatismus? Alles da, alles ernst genommen, aber immer mit einem Fuß im Romantasy-Genre.

Was The Dawn of the Cursed Queen von vielen Hype-Kollegen unterscheidet:

  • Die Welt fühlt sich groß an. Mit echter historischer Tiefe, klaren Götter-Hierarchien und politischen Fronten.
  • Die Beziehung zwischen Dianna und Samkiel basiert nicht nur auf „Spice“, sondern auf einer langen, komplizierten Geschichte aus Schuld, Verrat und gegenseitiger Rettung.

Das Ergebnis ist weniger „TikTok-Friendly Wohlfühl-Romantasy“ als Göttersoap mit echtem Blut unter dem Glitzer.


📜 Fazit:

The Dawn of the Cursed Queen ist genau das, was ein dritter Band in einer Dark-Romantasy-Reihe idealerweise sein sollte: größer, finsterer, emotional brutaler – und strukturell nicht völlig entgleist. Amber V. Nicole baut ihren Götter-und-Monster-Kosmos konsequent aus, lässt Figuren leiden, wachsen und scheitern und erzählt eine Geschichte, die weit über die Standard-Spice-Fantasie hinausragt.

Gleichzeitig bleibt das Buch deutlich zu lang, zu verliebt in seine eigenen Monologe und nicht frei von Wiederholungen. Wer sich an ausufernden Reihen grundsätzlich stört, wird hier nicht bekehrt. Wer aber die ersten beiden Teile mochte oder sich durch The Book of Azrael gequält, durch Throne of Broken Gods versöhnt hat, bekommt jetzt den bisher überzeugendsten Teil – und eine ziemlich solide Begründung dafür, warum die Reihe nicht nur auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, sondern auch in den internationalen Review-Portalen so hoch gehandelt wird.

Kurz gesagt: kein Must-Read für alle, aber ein sehr starkes Must-Read für alle, die bereits im Götter-und-Monster-Sumpf stecken.

🌟 Bewertung

Varanthis-Skala: ★★★☆☆
„Düstere Götterkriegs-Romantasy, die endlich hält, was der Hype seit Band 1 verspricht, nur eben in XXL und mit gelegentlichem Ermüdungsfaktor.“

Deutsches Cover von »The Dawn of the Cursed Queen – Götter & Monster 3«: schwarzer Hintergrund mit grauen Ornamentwirbeln, im Zentrum eine silberne Krone mit grünen Edelsteinen, um die sich eine goldene Schlange windet. Oben links ein roter SPIEGEL-Bestseller-Autorin-Sticker, darunter in weißer Serifenschrift der Name »Amber V. Nicole« und der Titel »The Dawn of the Cursed Queen«, unten der Zusatz »Götter & Monster – Roman« und das blanvalet-Logo.

Autorin: Amber V. Nicole
Titel: The Dawn of the Cursed Queen (Götter und Monster)
Serie: Götter-und-Monster-Reihe, Band 3
Verlag: Blanvalet
Übersetzung: Hans Link
Seitenanzahl: 848 Seiten, Paperback mit Klappenbroschur
Erstveröffentlichung: 2026
ISBN:  978-3-7341-6448-4

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