Balerion braucht mehr Leinwand: Aegon’s Conquest bleibt als Game-of-Thrones-Kinofilm auf Kurs
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Der Schwarze Schrecken bekommt einen Kinosaal
📰 Was ist los?
Warner Bros. Discovery führt Aegon’s Conquest erneut offiziell in seiner langfristigen Kinoplanung. Der erste Game of Thrones-Film soll nach 2027 erscheinen und Aegon I. Targaryens Eroberung von Westeros erzählen. Beau Willimon schreibt das Drehbuch; Regisseur, Besetzung und genauer Termin fehlen noch.
🐛 Was denken wir?
Der aktuelle Aktionärsbrief macht aus dem Projekt deutlich mehr als einen vergessenen CinemaCon-Titel. Inhaltlich ist Aegons Feldzug ohnehin wie für die große Leinwand gebaut: drei Drachen, sieben Königreiche und genügend verbrannte Diplomatie für einen ganzen Kontinent. Balerion in Spielfilmgröße dürfte allerdings auch ein ausgesprochen überzeugendes Argument für die hinterste Kinoreihe werden.
🐉 Balerion braucht mehr Leinwand: Aegon’s Conquest bleibt als Game-of-Thrones-Kinofilm auf Kurs
Westeros hat acht Staffeln Game of Thrones, drei Staffeln House of the Dragon und mehrere weitere Serienprojekte ausgehalten. Nun hält Warner Bros. Discovery offenbar auch das Fernsehgerät für zu klein. Aegon’s Conquest bleibt ausdrücklich als Kinofilm in der langfristigen Planung des Studios.

© Fantasykosmos / KI-generierters Motiv / manuell nachgearbeitet
Das ist diesmal mehr als die Wiederholung einer alten Ankündigung. Warner nennt den Film in seinem aktuellen Aktionärsbrief ganz offiziell einen „theatrical event film“ und führt ihn im Programm für die Zeit nach 2027. Einen konkreten Starttermin gibt es damit noch nicht, 2028 wäre nach heutigem Stand das frühestmögliche Jahr.
Für das Game of Thrones-Universum wäre es der erste Stoff, der von Anfang an als großes Kinoereignis entwickelt wird. Angesichts einer Geschichte, in der drei Drachen damit beginnen, einen ganzen Kontinent politisch neu zu sortieren, hätte man für dieses Experiment sicher kleinere Vorlagen finden können.
🔥 Aegon bringt drei sehr überzeugende Verhandlungsargumente mit
Im Mittelpunkt steht Aegon I. Targaryen, der rund drei Jahrhunderte vor Daenerys mit seinen Schwestern Visenya und Rhaenys von Drachenstein aus zur Eroberung von Westeros aufbricht. An ihrer Seite fliegen Balerion, Vhagar und Meraxes, drei Argumente gegen politische Uneinigkeit, bei denen selbst hartnäckige Könige irgendwann Schwierigkeiten mit der Geschäftsordnung bekommen.
Aegons Feldzug vereint sechs der sieben Königreiche unter der Herrschaft der Targaryens. Dorne widersetzt sich ihm, während aus den Waffen der besiegten Herrscher später der Eiserne Thron geschmiedet wird. Gerade diese Geschichte besitzt jene Größenordnung, die erklären könnte, weshalb Warner sie lieber im Kino als in einer weiteren HBO-Serie erzählt.
Schlachten wie die Vernichtung Harrenhals und das Field of Fire gehören zu den größten militärischen Ereignissen der Targaryen-Geschichte. Dazu kommen die völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten von Aegon, Visenya und Rhaenys sowie die Frage, ob der legendäre Eroberer tatsächlich jener unerschütterliche Herrscher war, zu dem ihn die spätere Geschichtsschreibung gemacht hat. Eine reine zweistündige Drachengrillfeier wäre dafür fast schon die langweiligste Variante.
✍️ Der Mann aus Andor darf den Eroberer politisch kompliziert machen
Das Drehbuch schreibt Beau Willimon, und diese Wahl bleibt einer der interessantesten Punkte des Projekts. Willimon entwickelte House of Cards und arbeitete als Autor an Andor – zwei Produktionen, die Macht weniger über heroische Reden als über Institutionen, Abhängigkeiten und Menschen erzählen, die sehr genau wissen, welchen Hebel sie gerade bewegen.
Für Aegons Geschichte könnte das ausgesprochen gut passen. Die Eroberung Westeros besteht eben nicht nur aus Drachenangriffen. Häuser wechseln die Seiten, Könige kapitulieren oder weigern sich, Bündnisse werden geschlossen und eine vollkommen neue politische Ordnung entsteht innerhalb kürzester Zeit.
Gerade Aegon selbst bietet reichlich Raum. Über den historischen Herrscher ist erstaunlich viel bekannt, über den Menschen dahinter deutlich weniger. Der Film kann also zwischen der Legende vom unbesiegbaren Eroberer und einem Mann unterscheiden, der sechs Königreiche unterwerfen muss, ohne anschließend jeden Morgen persönlich mit Balerion vor dem Rathaus zu parken.
🎬 Die neue Bestätigung ist wichtiger, als sie zunächst klingt
Aegon’s Conquest wurde bereits im April auf der CinemaCon als Arbeitstitel vorgestellt. Damals stand das Projekt auf einer Folie mit Warners Produktionen für „2027 und darüber hinaus“. Ein fertiger Film war damit noch lange nicht garantiert, zumal Warner Bros. Discovery parallel mitten in seiner nächsten großen Konzernumbildung steckt.
Drei Monate später führt WBD den Titel nun erneut in seiner offiziellen langfristigen Kinoplanung auf – diesmal in einem Aktionärsdokument und ausdrücklich als Eventfilm fürs Kino. Das macht aus einer CinemaCon-Ankündigung noch keinen unverrückbaren Starttermin, zeigt aber sehr deutlich, dass die Eroberung weiterhin aktiv zu Warners großen Franchise-Plänen gehört.
Offen bleiben trotzdem fast alle konkreten Produktionsfragen. Es gibt keinen Regisseur, keine Besetzung, keinen Drehstart und kein erstes Filmbild. Selbst Aegon’s Conquest ist weiterhin ein Arbeitstitel. Balerion hat momentan also einen Platz im Kinoprogramm, aber noch keinen Schauspielpartner auf dem Rücken.
👑 Westeros beginnt diesmal ganz am Anfang
Für die gesamte Film- und Serienwelt wäre der Stoff ein bemerkenswerter Rückgriff. House of the Dragon erzählt den späteren Zerfall der Targaryen-Dynastie im Tanz der Drachen. Aegon’s Conquest geht an den entgegengesetzten Punkt und zeigt, wie diese Herrschaft überhaupt entsteht.
Damit könnte Warner eines der grundlegenden Bilder der gesamten Saga erstmals wirklich ausspielen: drei Targaryens kommen mit drei Drachen nach Westeros und erklären einer Ansammlung unabhängiger Könige, dass es von nun an einen gemeinsamen Thron geben wird. Die anschließende Diskussion fällt regional unterschiedlich lang aus.
Vor allem der Kinomaßstab ergibt dafür Sinn. Balerion der Schwarze Schrecken gilt als gewaltigster Drache der Targaryen-Geschichte und soll Harrenhal mitsamt seinen mächtigen Türmen gebrochen haben. Wenn Warner diese Geschichte tatsächlich verfilmt, wäre ein 65-Zoll-Fernseher vermutlich die Mindestvorraussetzung, um das im Detail zu verfolgen.






