Draculas Originalumhang, Alien und Freddy: Das Museum des Grauens öffnet

🧐 Im Fantasykosmos suchen

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Das Museum hat jetzt eine Nachtschicht mit zweifelhaften Kollegen

📰 Was ist los?
Das Academy Museum eröffnet morgen The Horror Show, eine große Ausstellung über mehr als ein Jahrhundert Horrorkino. Zu sehen sind unter anderem Bela Lugosis restaurierter Dracula-Umhang, Material aus Alien und The Shining sowie voll kostümierte Figuren von Freddy Krueger, Michael Myers und Ghostface. Museumsmitglieder dürfen bereits heute hinein.

🐛 Was denken wir?
Das Spannende ist, dass hier endlich nicht einfach „berühmte Gruselsachen“ nebeneinander gestellt werden. Die sechs Bereiche erzählen, wie Horror mit Wissenschaft, Religion, Identität, Sexualität und gesellschaftlichen Ängsten arbeitet. Und ganz nebenbei kann man vor Bela Lugosis echtem Dracula-Umhang stehen. Viel näher kommt man Filmgeschichte selten.

Manche Filmkostüme gehören ins Archiv. Andere haben offenbar beschlossen, dort auch weiterhin ein wenig unheimlich auszusehen. Das Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles öffnet morgen seine bislang größte Horror-Ausstellung. The Horror Show führt durch mehr als ein Jahrhundert Filmgeschichte und versammelt Originalkostüme, Masken, Requisiten, Produktionszeichnungen und ganze inszenierte Räume aus einigen der prägendsten Horrorfilme des Kinos. Museumsmitglieder dürfen bereits heute hinein; regulär öffnet die Ausstellung am 26. September 2026 und läuft bis zum 25. Juli 2027.

Düstere 16:9-Illustration einer opulenten Horror-Ausstellung mit einem schwarzen Dracula-Umhang in einer Glasvitrine, umgeben von Alien-Kreatur, Slasher-Masken, Filmrollen und klassischen Horror-Requisiten.
Ein Jahrhundert Filmhorror unter einem Dach: The Horror Show versammelt Dracula, Alien, Slasher-Ikonen und zahlreiche Originalobjekte in einer großen Ausstellung des Academy Museum.
© Fantasykosmos / eigene KI-Illustration / manuell nachbearbeitet

🧛 Bela Lugosis Dracula-Umhang hängt wieder im Licht

Eines der Herzstücke ist ein Objekt, das beinahe selbst Filmgeschichte geschrieben hat: der restaurierte Umhang von Bela Lugosi aus Dracula von 1931. Er steht im Gothic-Bereich der Ausstellung, der wie eine dunkle Krypta gestaltet wurde und zusätzlich Material zu Filmen wie Bram Stoker’s Dracula, The Hunger, Blade, Horror of Dracula und Sinners zeigt.

Damit wird der Vampir nicht einfach als berühmte Monsterfigur abgehandelt. Die Ausstellung verfolgt vielmehr, wie Gothic Horror über Jahrzehnte mit Sexualität, Außenseitertum, Verführung und Angst gearbeitet hat. Lugosis Umhang ist dabei fast schon das perfekte Relikt: ein Kleidungsstück, das genügt, um eine ganze Ikonografie heraufzubeschwören.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🧪 Alien, Frankenstein und das Labor der schlechten Ideen

Der zweite große Bereich widmet sich dem Science Horror. Hier geht es um jene ausgesprochen verlässliche Genreidee, dass wissenschaftlicher Ehrgeiz früher oder später etwas mit Zähnen hervorbringt.

Die Galerie ist als Labor inszeniert und zeigt Spezialeffekt-Prothesen, Creature Designs, Masken und Produktionsmaterialien aus Filmen wie Alien, The Fly, The Thing, The Substance und verschiedenen Frankenstein-Adaptionen. Dazu kommt eine originale Maske aus Creature from the Black Lagoon von 1954.

Gerade dieser Teil dürfte schön zeigen, wie sehr Horrorfilm immer auch Kunsthandwerk war. Bevor Computerwesen durch dunkle Korridore liefen, mussten Menschen Gummi, Latex, Mechanik und sehr viel Geduld dazu bringen, glaubwürdig widerlich auszusehen.

🔪 Freddy, Michael Myers und Ghostface ziehen gemeinsam ein

Wer lieber von Dingen verfolgt wird, die Messer tragen, landet im Slasher-Bereich. Dort stehen voll kostümierte Figuren von Freddy Krueger, Michael Myers, Ghostface und Art the Clown in einem Raum, der dem Zuhause eines Killers nachempfunden ist.

Daneben zeigt ein Kabinett Masken und Waffen sowie Material aus Halloween, A Nightmare on Elm Street, Saw, The Texas Chainsaw Massacre, It, M3GAN und The Black Phone. Damit wird aus der Ausstellung stellenweise beinahe ein begehbares Lexikon jener Filmfiguren, denen man in einem schlecht beleuchteten Haus niemals begegnen möchte.

Der Banner für das Fantasykosmos Feuilleton mit lesendem Drachen hinter Zeitung.

🧠 Psycho, The Shining und der Horror im Kopf

Nicht jedes Monster braucht eine Maske. Der Bereich Psychological Horror ist entsprechend als kalter, weißer klinischer Raum gestaltet und beschäftigt sich mit Filmen, in denen Wahrnehmung, Wahn und psychische Abgründe unsicher werden.

Zu sehen sind unter anderem originale Storyboards zu Psycho, historische Materialien zu The Cabinet of Dr. Caligari sowie Objekte und Kostüme aus The Babadook, Get Out, Misery, The Shining und The Silence of the Lambs.

Gerade diese Zusammenstellung zeigt schön, dass Horror längst nicht nur von Monstern lebt. Manchmal reicht eine Tür, ein Flur oder die nagende Vermutung, dass mit der eigenen Wahrnehmung etwas nicht stimmt.

✝️ Hexen, Besessenheit und religiöser Schrecken

Eine weitere Kammer widmet sich dem religiösen Horror. Dort geht es um Glauben, Macht, Moral, Besessenheit und die Figur der Hexe als wiederkehrendes Symbol zwischen Faszination und Angst.

Gezeigt werden Kostüme aus Hellraiser, Midsommar, Sinners, Suspiria und Weapons sowie Objekte zu The Exorcist, Rosemary’s Baby und Eve’s Bayou. Sogar historische Dokumente zu den Hexenprozessen von Salem gehören zum Material.

Das ist eine kluge Erweiterung, weil die Ausstellung damit über reine Filmnostalgie hinausgeht. Horror greift schließlich seit jeher reale gesellschaftliche Ängste auf und verformt sie so lange, bis daraus Dämonen, Hexen oder besessene Kinder werden.

Der Banner für die Blackmetal Playlist BLACK METAL PANTHEON bei Spotify.

👻 Sechs Kammern und ein Flur, den niemand freiwillig entlanggeht

Insgesamt besteht The Horror Show aus sechs großen Themenräumen: Gothic, Psychological, Science, Slasher, Religion und Ghosts. Der Weg dorthin führt zunächst durch eine Soundinstallation und anschließend durch einen langen „Hallway“, der bewusst einen der ältesten Horrorfilmtricks nachbildet: einen Flur, an dessen Ende man sehr sicher nichts Gutes erwartet.

Das Museum versteht die Schau ausdrücklich als immersive Erfahrung. Requisiten und Kostüme werden nicht nur hinter Glas sortiert, sondern in Räume eingebettet, die das jeweilige Subgenre atmosphärisch nachbauen.

🎃 John Carpenter bekommt gleich eine ganze Filmreihe

Die Ausstellung bleibt nicht auf die Galerie beschränkt. Parallel startet am 26. September die Retrospektive John Carpenter: Prince of Darkness. Los geht es mit Halloween, gefolgt von They Live und Assault on Precinct 13; die Reihe läuft bis zum 25. Oktober.

Am 24. Oktober folgt das große Monster Mash mit Spezialeffekt-Demonstrationen, Monstern und der US-Premiere einer neuen 4K-Restaurierung von Horror of Dracula. Halloween selbst bekommt eine nächtliche Goth-Veranstaltung mit Tarot, Cocktails und einer Vorführung von The Craft. Im Januar 2027 folgt außerdem eine zehn Filme umfassende Hammer-Retrospektive mit seltenen und neu restaurierten Titeln.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🧟 Für Zombies gibt es gleich ein eigenes Grab

Direkt nebenan eröffnet außerdem Zombies!, eine kleinere und familienfreundlichere Begleitausstellung. Sie erzählt, wie der Filmzombie entstanden ist und wie Maskenbildner, Schauspieler und Spezialeffektteams Untote erschaffen.

Gezeigt werden unter anderem Behind-the-Scenes-Material zu 28 Days Later sowie historische Poster von White Zombie und Night of the Living Dead. Dazu kommt eine eigens für das Museum gebaute animatronische Zombie-Figur von Spectral Motion.

Damit bekommt selbst der Nachwuchs eine Möglichkeit, herauszufinden, warum Menschen seit fast hundert Jahren freiwillig Eintritt bezahlen, um zuzusehen, wie andere Menschen gefressen werden.

🎥 Horror wird hier endlich als Filmgeschichte behandelt

Der vielleicht interessanteste Punkt an The Horror Show ist deshalb gar nicht ein einzelnes berühmtes Kostüm. Das Academy Museum behandelt Horror hier mit derselben Ernsthaftigkeit wie andere große Filmströmungen.

Es geht um Handwerk, Design, gesellschaftliche Ängste, Sexualität, Identität, Religion, psychische Abgründe und darum, warum ausgerechnet ein Genre, das lange als billige Unterhaltung abgetan wurde, seit über hundert Jahren immer wieder neue filmische Formen hervorbringt. Das Museum stellt seine Ausstellung deshalb unter eine überraschend große Frage: Warum bedeutet Horror so vielen Menschen so viel?

Bela Lugosis Umhang hängt jedenfalls schon bereit.

Und falls Freddy Krueger nachts ebenfalls im Museum bleibt, würden wir dem Wachpersonal für die nächsten zehn Monate empfehlen, auf jegliches kleine Nickerchen zu verzichten.

Banner für den Newsletter im Fantasykosmos mit Gandalf, der den Leser nicht vorbeilässt,
Das Sterneorakel von Elyra sieht in deine Zukunft. DIe Sternengöttin vor blauem Hintergrund.