Abysmal Grief – Taetra Philosophia (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Abysmal Grief – Taetra Philosophia

🧿 Kurzfazit
Taetra Philosophia ist Doom als Zeremonie: langsam, schwer, feierlich und mit dieser italienischen Horror-Aura, die nicht geschniegelt wirkt, sondern wie eine alte Kapelle, in der man besser nicht laut atmet.

🎯 Für wen?
Für alle, die Doom nicht als „Playlist-Hintergrund“ hören, sondern als Atmosphäre zum Betreten. Wenn du auf okkulte Theatralik stehst, ohne dass es zur Karikatur wird, bist du hier richtig.

🎧 Wie klingt das?
Wie sakraler, finsterer Doom mit schwarzem Atem: Orgel, Chöre, kantige Riffs, ein Sound, der nicht hetzt, sondern beschwört. Und darüber eine Stimme, die eher predigt als singt, mit dem Charme eines freundlich lächelnden Totengräbers.

💿 Highlights
Deus Cornatus, Taetra Philosophia, Speculum Fractum

⚠️ Nichts für dich, wenn…
du Doom nur magst, wenn er ständig Tempo wechselt, permanent eskaliert oder in „moderne“ Hochglanzhärte kippt. Diese Platte arbeitet mit Sog, nicht mit Stress.


🔮 Abysmal Grief – Taetra Philosophia: Das Ritual kehrt endlich zurück

Abysmal Grief machen auf Taetra Philosophia das, was viele Bands zu tun behaupten: Sie bauen ein Album nicht aus Songs, sondern aus Räumen. Das passt schon zur Entstehung: über vier Jahre geschrieben und aufgenommen, dann bewusst als „ein Take“-Moment gemischt, als müsste das Ding am Stück atmen.

Und es passt zur Bandkonstellation: zurück zur ursprünglichen Dreierformation (Gitarre/Drums, Keys/Vocals, Bass). Das ist nicht nur Trivia, das ist Klanglogik, weil hier alles nach Trio-Dichte schreit: wenige Elemente, aber die stehen so massiv im Raum, dass du denkst, da müssten eigentlich doppelt so viele Leute spielen.

🎧 Was erwartet dich?

Genre: Doom Metal, Black Metal, okkult eingefärbt

Vergleichbar mit: Death SS ohne Partyhut, Bulldozer auf Beruhigungsmitteln, Mortuary Drape im Zeitlupenmodus

Klangfarbe: Weihrauch, Kellerluft, Orgelstaub, und dieses unangenehme Gefühl, dass das Riff da gerade deinen Namen kennt.

Highlights

Deus Cornatus
Der Opener macht das, was gute Ritualmusik immer macht: erst Atmosphäre bauen, dann mit einem Riff zuschlagen, als wäre das eine amtliche Unterschrift. Hier wird nicht “eingeleitet”, hier wird eingeweiht.

Taetra Philosophia
Titeltrack als Kernstück. Das Ding wirkt wie ein feierlicher Marsch durch einen Flur, in dem die Türen von selbst zufallen. Und ja, genau diesen Song hat das Label als ersten offiziellen Anspielpunkt rausgeschoben, weil er den Ton der Platte ziemlich gnadenlos festlegt.

Speculum Fractum
Neun Minuten, die nicht “lang” sind, sondern notwendig. Hier wird die Platte am deutlichsten zu einem Film, den du nicht siehst, aber spürst. Das ist der Track, bei dem man merkt, ob jemand diese Band wirklich will, oder nur kurz Gruselurlaub macht.

🎨 Artwork

Herrgott Sakrament Kruzifix: Das Cover von Taetra Philosophia ist brutal schlicht und genau deshalb so wirksam. Kein Nebel, kein Friedhofkitsch, kein okkultes Wimmelbild. Nur ein karger Raum, ein Kreuz wie ein nüchternes Urteil und darunter eine Bahre mit einem zugedeckten Körper. Das ist weniger „Horrorfilm“ als „letzte Station“, und die Kälte des Motivs passt perfekt zu einer Platte, die Ritual nicht verspielt, sondern durchzieht.


🪦 Besondere Momente

Zurück zur Trio-DNA: Das Album wurde als Rückkehr zur ursprünglichen Dreierbesetzung angekündigt, Regen Graves, Labes C. Necrothytus, Lord Alastair. Das passt, weil diese Musik wie ein enges Ritual funktioniert, nicht wie eine überladene Bühneshow.

Vier Jahre Arbeit, dann ein Take fürs Finale: Die Songs wurden über mehrere Jahre geschrieben und aufgenommen, gemischt wurde laut Label in einem einzigen Durchlauf. Das erklärt durchaus auch diese “geschlossen” wirkende Dramaturgie.

Artwork mit Szene-Gesicht: Das Cover-Artwork stammt von Simone Salvatori, und es sieht auch genau so aus, als hätte jemand eine Klinik in eine Kapelle umgebaut.

📜 Hintergrund

Abysmal Grief bedienen seit Jahren eine sehr spezielle Sparte im Doom-Black-Spektrum, bewusst okkult, bewusst theatralisch, aber dabei selten albern. Taetra Philosophia wird als siebtes Full-Length geführt, und es erscheint weltweit auf CD, LP, Tape und digital bei Avantgarde Music.

🪓 Fazit

Wir mögen an Taetra Philosophia, dass es nicht versucht, “modern” zu sein. Es will vielmehr einfach konsequent sein. Und das klappt, weil die Platte ihre Zutaten nicht stapelt, sondern geschickt inszeniert: Orgeln, Riffs, Stimme, alles wie Teil eines einzigen düsteren Ablaufs.

Wer hier ein schnelles Highlight-Feuerwerk sucht, wird schnell ungeduldig. Wer aber eine okkulte Doom-Platte will, die wie ein langsamer Gang durch gewaltige, unheilverkündende Steinflure wirkt, bekommt ein Album, das gerade im Dezember besonders gut beißt.

Albumcover Abysmal Grief Taetra Philosophia: karger, heller Raum mit Kreuz an der Wand, darunter eine Bahre mit weiß zugedeckter Leiche; links oben schwarzes Bandlogo und Albumtitel.
Künstler:Abysmal Grief
Albumtitel:Taetra Philosophia
Erscheinungsdatum:25. Dezember 2025
Genre:Doom Metal, Black Metal
Label:Avantgarde Music
Spielzeit:ca. 44 Minuten

Deus Cornatus
Taetra Philosophia
Ambulacrum Luctus
Lumen ad Urnam
Corpus Mortuum
Speculum Fractum
Lamentum

🎬 Offizieller Single-Stream

Offizieller Single-Upload zu „Taetra Philosophia“ – der perfekte Härtetest, ob du dieses Ritual wirklich willst. Bereitgestellt von Avantgarde Music auf YouTube:

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