Ein Kuss, ein Toter, ein Überlebender: Hulu entwickelt The Poison Daughter

💋 Ein Kuss, ein Toter, ein Überlebender: Hulu entwickelt The Poison Daughter

Romantasy lebt ja gerne von der Frage, ob zwei Menschen einander erst hassen, heiraten oder küssen. Bei The Poison Daughter fällt zumindest eine dieser Entscheidungen gewöhnlich endgültig aus: Harlow Carrenwell kann jeden Menschen mit ihren Lippen töten.

Eine dunkelhaarige Frau legt ihre Hand an das Gesicht eines Mannes, während beide kurz vor einem Kuss stehen. Hinter ihnen erhebt sich unter dem Vollmond eine dunkle Burg.
Bei Harlow endet ein Kuss normalerweise tödlich. Henry hat offenbar andere Pläne.
© Fantasykosmos/Eigene KI-Illustration/manuell nachgearbeitet

Hulu entwickelt gemeinsam mit 20th Television eine Serie nach Sheila Mastersons gleichnamigem Roman. Die Autorin ist als ausführende Produzentin beteiligt, ein Drehbuchautor wird derzeit noch gesucht. Eine Serienbestellung, Besetzung oder ein Drehtermin wurden bislang nicht bekannt gegeben. Das Projekt steht also noch am Anfang seines Weges und sollte vorsichtshalber niemanden zur Begrüßung einen Kuss aufhauchen.

☠️ Küssen, töten, politisches Problem erledigt

Harlow ist die jüngste Tochter der magischen Gründerfamilie von Lunameade. Ihre Eltern nutzen ihre Gabe, um politische Gegner zu beseitigen. Harlow führt daneben ein zweites Leben als Rächerin: Heimlich jagt sie Männer, die Frauen misshandeln.

Ihr Vorgehen ist ebenso schlicht wie zuverlässig. Sie lockt ihr Ziel an, bringt es in Reichweite und beendet die Begegnung mit einem Kuss. Dann trifft sie Henry Havenwood.

Henry überlebt nicht nur ihre Berührung, sondern entpuppt sich außerdem als ihr neuer Verlobter. Damit kennt ausgerechnet der Mann, den Harlow weder töten noch einschätzen kann, ihre geheime Tätigkeit. Statt sie bloßzustellen, nimmt er sie mit zur abgelegenen Bergfestung seiner Familie. Dort warten politische Geheimnisse, eine arrangierte Ehe und ein Wald voller Vampire. Normale Flitterwochen waren vermutlich ausgebucht.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

📚 Vom Selbstverlag direkt ins Seriengeschäft

Sheila Masterson veröffentlichte The Poison Daughter im Oktober 2025 zunächst selbst. Der Roman entwickelte sich anschließend zum viralen Erfolg, verkaufte sich mehr als 250.000 Mal und erreichte dreimal die Bestsellerliste von USA Today.

Im April 2026 übernahm Slowburn das Buch. Am 18. August erscheint eine neue Hardcover- und Hörbuchausgabe, Übersetzungen in rund 20 Sprachen sind vorgesehen. Zwischen der ursprünglichen Veröffentlichung und der Meldung über die Serienentwicklung liegen damit gerade einmal zehn Monate. Andere Romane brauchen länger, um das richtige Regal zu finden.

Die Entstehungsgeschichte macht das Projekt beinahe so interessant wie seine Prämisse. The Poison Daughter kommt nicht als lange vorbereiteter Verlagsstoff nach Hollywood, sondern als unabhängig veröffentlichter Roman, dessen Leserschaft zuerst den Markt und anschließend die Fernsehbranche auf ihn aufmerksam machte.

Boney Jones präsentiert die besten Memes der Fantasygeschichte. Boney der Skelett-Pirat.

🩸 Hinter dem tödlichen Kuss steckt mehr als ein guter Werbesatz

Der Kuss ist der leicht verständliche Haken. Harlows Geschichte soll jedoch auch davon handeln, wie Frauen emotionale Last, Drohungen und Gewalt aufnehmen und welche Spuren das hinterlässt. Ihre chronischen Schmerzen wurden von Mastersons eigenen Erfahrungen mit Migräne beeinflusst.

Das gibt einer möglichen Serie Stoff jenseits der vertrauten Romantasy-Zutaten. Harlow ist zugleich Werkzeug ihrer Familie, Mörderin, Rächerin und Frau in einer Verbindung, deren Machtverhältnisse sie nicht kontrolliert. Henrys Immunität nimmt ihr dabei nicht nur die wichtigste Waffe. Sie zwingt sie erstmals, mit einem Mann zu verhandeln, den sie nicht einfach aus der Handlung küssen kann.

Genau hier dürfte sich entscheiden, ob The Poison Daughter mehr wird als eine hübsch verpackte Sammlung aus Feindesliebe, Zwangsehe, Familienintrigen und Vampiren. Die Vorlage besitzt jedenfalls eine Hauptfigur, deren Gabe unmittelbar verständlich ist und trotzdem genügend Raum für moralischen Ärger lässt.

Der Banner für das Fantasykosmos Feuilleton mit lesendem Drachen hinter Zeitung.

🎬 Noch fehlt der Serie ihre wichtigste Zutat

Bis aus der Adaption tatsächlich eine Serie wird, sind mehrere Schritte offen. Zunächst braucht das Projekt einen Drehbuchautor. Danach müssen Hulu und 20th Television entscheiden, ob sie das entwickelte Konzept bestellen, besetzen und produzieren.

Gerade bei einer Geschichte, die stark von Harlows inneren Widersprüchen lebt, wird das Drehbuch mehr leisten müssen, als attraktive Menschen in dunklen Räumen gefährlich nahe zusammenzustellen. Es muss ihre Wut, ihre Schmerzen und ihre widersprüchliche Rolle als Täterin und Beschützerin tragen.

Der erste Pitch sitzt trotzdem: Eine Frau tötet mit jedem Kuss, bis ihr ausgerechnet der Mann widersteht, den sie heiraten soll. Ob Hulu daraus eine lange Beziehung macht, entscheidet sich nach der ersten Entwicklungsphase. Einfach nur ein Küsschen genügt diesmal jedenfalls nicht.

Mystisches Banner mit Elyra, der Sternengöttin: Ihr leuchtendes Gesicht vor einem funkelnden Sternenhimmel, goldener Schriftzug ‚Dein Blick in die Zukunft?‘ und ein glänzender goldener Button ‚Direkt zum Sternenorakel‘.