🔍 Suche im Fantasykosmos
Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.
🧅 The Daily Meme #167 – Große Momente der Fantasygeschichte: Die Erklärung der fortgeschrittenen Wurstigkeit


Boneys Logbuch-Eintrag
Position: Großer Ratssaal von Knattermoor, drei Schritte links vom feuchten Teppich, direkt unter dem Froschwappen der Staatsvernunft.
Wetter: Innen stickig, außen Moor. Auf dem Boden herrscht offensichtlich beides.
Lagebericht
Es gibt Momente, in denen Reiche geboren werden. Und dann ist da das Koboldkönigreich Knattermoor.
Dort trat der Koboldrat an einem historisch feuchten Nachmittag zusammen, um der Welt endlich zu erklären, was vorher nur jeder gerochen, aber niemand verfassungsrechtlich sauber formuliert hatte: Die Wurstigkeit des Reiches war nicht länger einfach nur als Dunstglocke vorhanden. Sie war breits fortgeschritten.
Die Delegierten erschienen in feierlichen Röcken, mit Perücken auf schiefen Ohren und Klauenfüßen, die bei jedem Schritt kleine dunkle Abdrücke auf den Boden setzten. Niemand fand das störend. In Knattermoor gilt ein trockener Fuß ohnehin als Zeichen mangelnder Vaterlandsliebe.
Vorn wurde ein Dokument ausgebreitet. Hinten wachte das große Wappen über den Saal. Irgendwo tropfte etwas in einen Eimer, der offiziell als „Becken der republikanischen Würde“ geführt wurde.
Dann nickte der Vorsitzende.
Die anwesenden Kobolde räusperten sich mehrheitlich.
Die fortgeschrittene Wurstigkeit war erklärt.
Boneys Urteil
Ein großer Tag für die Fantasygeschichte.
Knattermoor bewies damals, dass man für staatstragende Symbolik weder Adler noch Löwen braucht. Ein Frosch, ein paar nasse Spuren und genug zerknitterte Amtswürde reichen völlig.
Seitdem weiß jedes Kind im Reich:
Wo ein Kobold barfuß in den Ratssaal patscht, ist Geschichte meist schon halb passiert.





