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Die Maske sitzt, der Geist leider auch
📰 Was ist los?
Maskwitches of Forgotten Doggerland wird im Rahmen einer BackerKit-Kampagne wieder aufgelegt und um einen neuen GM’s Companion erweitert. Das TTRPG führt in ein surreales mesolithisches Doggerland voller Masken, Urmagie, Schamanen, böser Geister und ritueller Konflikte.
🐛 Was denken wir?
Das hat genau die richtige Fremdheit. Kein sauber gebügeltes Heldenfantasy-Dorf mit Questbrett, sondern ein dunkles, feuchtes, uraltes Land, in dem Masken Identität verschieben und Sorgen buchstäblich Gestalt annehmen können. Besonders stark ist der Look: Miniaturen, Fotografie und digitale Malerei geben dem Ganzen diese handgemachte Stop-Motion-Unruhe. Schön schräg, schön finster, fantastisch anders.
🎭 Maskwitches of Forgotten Doggerland: Barfuß ins uralte Land der Masken
Maskwitches of Forgotten Doggerland klingt nicht nach Heldengruppe, Taverne, Auftraggeber und akribisch sortierter Ausrüstungsliste. Dieses Dark-Fantasy-TTRPG wirft Spieler in ein versunkenes, mesolithisches Doggerland voller Urmagie, Maskenwesen, Geisterdruck und schamanischer Verantwortung. Hier geht es nicht darum, als strahlender Krieger Stufe 7 zu erreichen. Hier stolpert man eher barfuß durch ein nasses, altes Land, in dem jede Maske etwas mit einem macht und jedes Problem sehr schnell eine rituelle Form annimmt.

Das Spiel stammt von Jon Hodgson, dessen Fantasy-Erfahrung man dem Ding sofort anmerkt. Maskwitches wirkt weniger wie ein klassisches Rollenspielprodukt und mehr wie ein seltsames Artefakt aus Erde, Knochen, Holzrauch und Albtraumtheater. Die Figuren schützen Jäger- und Sammlergemeinschaften vor bösen Geistern, die aus Sorgen, Konflikten und dunklen Belastungen entstehen. Das ist ein schöner Dreh: Der Horror kommt nicht einfach aus dem Wald. Er wächst aus dem, was Menschen mit sich herumtragen.
🌲 Stop-Motion-Gefühl statt Hochglanz-Fantasy
Der Look ist der eigentliche Blickfänger. Maskwitches arbeitet mit Miniaturen, Requisiten, gebauten Szenen, Fotografie und digitaler Malerei. Dadurch entsteht diese eigenartige, tastbare Dunkelheit, die an alte Stop-Motion-Fantasy erinnert: schön, schief, feucht, unheimlich und ein bisschen so, als könnte gleich ein maskiertes Wesen aus dem Bild kriechen und sehr langsam deinen Namen falsch aussprechen.
Mechanisch bleibt das Ganze schlank. The Silver Road setzt auf einfache W6-Entscheidungen und erzählerische Führung statt Regelmauer. Das passt, weil Doggerland keine Welt für Tabellenakrobatik sein will. Masken, Amulette, Rollenwechsel und rituelle Konflikte stehen im Vordergrund. D&D schaut auf Klassen und Heldenträume. Maskwitches schaut dich durch eine Holzmaske an und fragt, welches Unglück dein Dorf heute hervorgebracht hat.
📚 Neue Bücher, neue Schatten für den Spieltisch
Zur aktuellen BackerKit-Runde werden die Bücher wieder in den Fokus gerückt, dazu kommt der neue GM’s Companion. Der bringt Spielleiter-Hilfe, Einblicke in Setting und System sowie drei modulare Szenarien. Gerade bei so einem atmosphärisch dichten Spiel ist das sinnvoll. Doggerland lebt nicht davon, dass man Monster in Räume stellt. Es lebt davon, dass Gemeinschaften, Ängste, Masken und Geister miteinander verwachsen.
Für Fantasykosmos ist das vor allem wegen seiner Eigenart reizvoll. Maskwitches fühlt sich nicht wie der nächste generische Dark-Fantasy-Baukasten an, sondern wie ein archaisches Märchen, das zu lange im Moor gelegen hat. Wer Pen-&-Paper abseits von klassischer Heldentour mag, bekommt hier ein Spiel, das eher flüstert als brüllt – aber dafür mit ziemlich kaltem Atem.





