Baldur’s Gate 4: Der Thron ist frei, aber niemand möchte neben Teil 3 begraben werden

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Der Würfel liegt auf dem Tisch, aber keiner will rollen

📰 Was ist los?
Für Baldur’s Gate 4 wird offenbar bereits nach einem passenden Studio gesucht. James Ohlen, einer der wichtigen Köpfe hinter den klassischen Baldur’s-Gate-Teilen, soll die Aufgabe abgelehnt haben. Der Grund liegt auf der Hand: Nach dem riesigen Erfolg von Baldur’s Gate 3 wäre der Nachfolger kein normales Rollenspielprojekt, sondern ein Erbschaftskrieg mit Würfeln.

🐛 Was denken wir?
Absolut nachvollziehbar. Baldur’s Gate 4 klingt nach Ruhm, ist aber in Wahrheit ein Bosskampf gegen Erwartungen. Wer da antritt, muss nicht nur D&D können, sondern auch dem Geist von Baldur’s Gate 3 standhalten, ohne sich von ihm auffressen zu lassen. Der nächste Entwickler braucht keine Krone. Er braucht Nerven aus Adamant.

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🐙 Baldur’s Gate 4: Der Thron ist frei, aber niemand möchte neben Teil 3 begraben werden

Manche Spiele bekommen eine Fortsetzung. Andere hinterlassen ein Denkmal, vor dem die gesamte Branche erst einmal den Helm abnimmt und leise rückwärtsgeht. Baldur’s Gate 3 gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Das Rollenspiel hat nicht nur Auszeichnungen im Dutzend eingesammelt, sondern die Erwartungshaltung für klassische Fantasy-RPGs einmal quer durch die Decke geprügelt. Und nun steht da irgendwo in den Hallen von Dungeons & Dragons dieser gewaltige Name: Baldur’s Gate 4.

Ein leerer Fantasy-Thron steht in einer dunklen Halle, während Würfel, ein leuchtendes Schwert und Schatten von Abenteurern davor liegen.

Eigentlich klingt das wie der Auftrag, für den jedes Studio sofort die Würfel poliert. In Wahrheit wirkt es eher wie ein verfluchter Thron. Die Krone glänzt, der Ruhm lockt, die Marke ist riesig – aber darunter liegt die sehr schlichte Frage: Wer möchte wirklich der nächste sein, der nach Larian Studios antritt und erklären muss, warum sein Baldur’s Gate nicht noch größer, freier, schärfer, mutiger und emotional verheerender geworden ist?

🧙 Ein Serienveteran sieht den Drachen und sagt: nein danke

Besonders spannend ist, dass selbst James Ohlen offenbar nicht zugreifen wollte. Ohlen ist kein zufälliger Name aus dem Tavernenbuch. Er war eine der prägenden Figuren hinter den frühen Baldur’s-Gate-Spielen und gehört damit zu den Leuten, die dieses Erbe nicht nur kennen, sondern mitgebaut haben.

Genau deshalb ist seine Absage so interessant. Wer sich mit Baldur’s Gate auskennt, weiß eben auch, wie schwer dieser Name geworden ist. Nach Baldur’s Gate 3 reicht es nicht, einfach wieder eine große Stadt, ein paar Gefährten, D&D-Regeln und einen finsteren Kult in den Topf zu werfen. Die Messlatte liegt inzwischen an einem Ort, für den normale Studios erst einmal eine Kletterlizenz beantragen müssten.

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🎲 Das Problem heißt nicht D&D, sondern Erwartung

Baldur’s Gate 4 müsste mehrere Dinge gleichzeitig schaffen. Es müsste Dungeons & Dragons ernst nehmen, ohne wie ein Regelbuch mit Zwischensequenzen zu wirken. Es müsste Fans der alten Teile respektieren, ohne im Nostalgiesumpf zu versinken. Es müsste Baldur’s Gate 3 beerben, ohne bloß Baldur’s Gate 3 mit neuer Tapete zu sein. Und es müsste gleichzeitig genug Eigenwillen haben, um überhaupt als neues Kapitel bestehen zu können.

Das ist kein normales Sequel-Problem. Das ist ein Drachenhort aus Erwartungen. Wer sich daran versucht, übernimmt nicht nur eine Marke, sondern eine Debatte. Jede Entscheidung wird seziert: Kampfsystem, Kamera, Gefährten, Romanzen, Sprecher, Freiheit, Würfelwürfe, Humor, Härte, Weltreaktionen. Selbst die erste Ratte im Startgebiet müsste wahrscheinlich beweisen, dass sie würdig ist, in diesem Franchise zu leben.

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🏰 Nach Larian kommt nicht einfach „irgendwer“

Der eigentliche Schatten über Baldur’s Gate 4 ist natürlich Larian. Das Studio hat mit Baldur’s Gate 3 nicht nur ein sehr gutes Rollenspiel gebaut, sondern eine Art Branchenargument: Seht her, große Rollenspiele können komplex, teuer, mutig, reaktiv und trotzdem erfolgreich sein. Das ist wunderbar für das Genre – und brutal für den nächsten Bewerber.

Denn wer Baldur’s Gate 4 macht, wird automatisch mit dieser Leistung verglichen. Nicht fair, nicht gemütlich, aber unvermeidlich. Und genau deshalb ist der Auftrag so gefährlich. Ein solides Spiel würde vermutlich nicht reichen. Ein gutes Spiel vielleicht auch nicht. Baldur’s Gate 4 müsste mindestens den Eindruck vermitteln, dass es eine eigene Antwort auf die Frage hat, warum es überhaupt existieren muss.

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🕯️ Der Fluch des perfekten Vorgängers

Das Tragische daran: Baldur’s Gate 4 ist natürlich reizvoll. Vielleicht sogar gerade deshalb. Ein mutiges Studio könnte mit einem anderen Schauplatz, einer anderen Tonlage, neuen Figuren und einer eigenen D&D-Vision tatsächlich etwas Großes schaffen. Aber dafür braucht es mehr als Markenverwaltung. Es braucht Frechheit, Geduld, Autorenschaft und die Bereitschaft, nicht nur Erwartungen zu bedienen, sondern sie an den richtigen Stellen selbstbewusst zu ignorieren.

Wer diesen Job annimmt, darf nicht versuchen, Baldur’s Gate 3 zu imitieren. Das wäre der schnellste Weg in die Gruft. Baldur’s Gate 4 müsste sich seinen eigenen Platz freikämpfen. Nicht als Kopie des Triumphs, sondern als neuer Wurf mit eigener Seele. Leichter gesagt als getan. Aber genau deshalb schauen jetzt alle auf diesen leeren Thron.

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