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Wenn der Drache nach Feierabend mit aufs Feld kommt
📰 Was ist los?
Monster Fantasy wurde für PC via Steam angekündigt. Das Action-RPG von Jotoyo verbindet Monsterjagd, gemütliche Lebenssimulation, Dorfleben, Crafting, Kochen, Sammeln, Angeln, Multiplayer und Monsterzähmung. Ein Release-Termin fehlt noch, die Kickstarter-Kampagne startet am 15. Juli 2026.
🐛 Was denken wir?
Das ist kein ganz großer Donnerschlag, aber ein sehr brauchbarer bunter Gegenpol zu all den Seuchen, Höllenreichen und Drachenkriegen der Woche. Monster Fantasy hat einen klaren Fantasykern, einen sympathischen Cozy-Dreh und genug Systeme, um spannend zu wirken. Entscheidend wird, ob daraus ein lebendiges Abenteuer wird oder nur ein hübscher Werkzeugkasten mit sehr großen Haustieren.
🐲 Monster Fantasy: Wenn die Monsterjagd beim Abendessen endet
Manche Fantasyspiele schicken ihre Helden in brennende Ruinen, andere in Seuchensümpfe, wieder andere in Königreiche, die politisch ungefähr so stabil sind wie ein Kartenhaus beim Orktanz. Monster Fantasy schlägt einen freundlicheren Weg ein: Erst ein riesiges Monster jagen, dann Holz hacken, Suppe kochen, angeln gehen und vielleicht dem besiegten Ungetüm einen Namen geben. Das ist nicht weniger absurd, aber deutlich besser für den Blutdruck.

Das Studio Jotoyo aus Chengdu hat Monster Fantasy für PC via Steam angekündigt. Einen Release-Termin gibt es noch nicht, die Kickstarter-Kampagne soll am 15. Juli 2026 starten. Inhaltlich klingt das nach einem ziemlich charmanten Mischwesen aus Action-RPG, Monsterjagd und Cozy-Life-Simulation – also nach Monster Hunter, wenn nach der Expedition nicht der nächste Drachenkopf wartet, sondern ein Dorf, ein Kochtopf und jemandem, der wissen möchte, warum im Vorgarten wieder so viele Schuppen liegen.
🎬 Offizieller Reveal Trailer
Der Reveal Trailer zu Monster Fantasy zeigt ein Königreich zwischen Monsterjagd, Dorfleben, Crafting und Cozy-Abenteuer – also genau den Moment, in dem ein Riesenvieh nicht nur Bossgegner, sondern später vielleicht Reittier mit Tagesfreizeit wird.
🏡 Eldoras: Abenteuerland mit Holzfällerlaubnis
Schauplatz ist das Königreich Eldoras, in dem ein amnesischer Held neu anfängt. Das ist natürlich der klassische Fantasy-Trick: Wer keine Erinnerung hat, muss auch keine komplizierte Vorgeschichte erklären. Praktisch für alle Beteiligten, besonders für Questgeber.
In Monster Fantasy kann man den üblichen Abenteuerweg einschlagen, Monster jagen, Materialien sammeln und Belohnungen kassieren. Oder man verbringt seine Tage mit Angeln, Kochen, Sammeln, Crafting, Holzfällen und Dorfleben. Das klingt nach einer dieser Welten, in denen der Held morgens einen feuerspeienden Koloss erlegt und nachmittags höflich fragt, ob noch jemand Basilikum für die Eintopfrunde braucht.
⚔️ Vier Klassen gegen sehr große Probleme
Ganz ohne Kampf wird es natürlich auch nicht so richtig gemütlich. Monster Fantasy bietet vier Klassen: Warrior, Mage, Archer und Martial Artist. Mehr als 50 riesige Monster sollen im Königreich warten, jeweils mit eigenem Verhalten und eigenen Mustern. Wer gewinnen will, muss also nicht nur draufhauen, sondern lesen, ausweichen, lernen und akzeptieren, dass ein wütendes Riesenvieh selten Rücksicht auf die eigene Wochenplanung nimmt.
Der reizvolle Punkt liegt im Ton. Monster Fantasy wirkt nicht wie reine Jagdmaschine, sondern wie ein Spiel, das den Kampf als Teil eines größeren Alltags versteht. Abenteuer und Dorfleben sollen nicht nebeneinanderliegen wie zwei lose Systeme, sondern sich gegenseitig füttern: Monster liefern Materialien, Materialien verbessern Ausrüstung, Ausrüstung hilft bei neuen Kämpfen, und irgendwann sitzt man auf einem gezähmten Biest und reitet durch Eisfelder, Regenwälder oder Vulkangebiete, als sei das eine völlig normale Form regionaler Mobilität.
🐾 Vom Bossgegner zum Reittier mit Bindungsoption
Besonders stark ist der Monsterzähmungs-Dreh. Besiegte Monster können als Begleiter gewonnen, weiterentwickelt, geritten und im Kampf eingesetzt werden. Das ist natürlich eine moralisch angenehm dehnbare Fantasy-Logik: Erst verprügelt man die Kreatur, dann wird sie Haustier, Reittier und Kampfpartner. In Videospielen nennt man das Fortschritt. Im echten Leben würde der Tierschutz vermutlich sehr langsam die Brille abnehmen.
Für den Cozy-Faktor ist das aber Gold. Aus der Jagd wird Beziehung, aus dem Gegner ein Begleiter, aus der Trophäe ein Wesen mit Nutzen und vielleicht sogar Charakter. Damit rückt Monster Fantasy näher an diese seltsame Komfortzone zwischen Pokémon, Monster Hunter, Stardew Valley und Animal Crossing: ein Ort, an dem man große Kreaturen bekämpft, sein Dorf verschönert und trotzdem irgendwie das Gefühl hat, heute produktiv gewesen zu sein.
🤖 Dorfbewohner mit Plaudermagie
Rund 100 Dorfbewohner sollen in Monster Fantasy auftauchen, jeder mit eigener Persönlichkeit, Stärken und Interessen. Interessant ist außerdem der KI-Hinweis auf der Steam-Seite: Der Ingame-Chat wird dynamisch mit LLM- und Text-to-Speech-Technologie erzeugt. Das kann spannend werden, wenn es natürliche Gespräche und variablere Reaktionen ermöglicht. Es kann aber auch sehr schnell nach Dorffest im Algorithmus schmecken, falls jeder Nachbar plötzlich spricht wie ein freundlicher Questautomat mit Wettervorhersage-Funktion.
Gerade hier wird sich zeigen, ob Monster Fantasy wirklich Wärme erzeugt oder nur Systeme stapelt. Cozy-Games leben nicht davon, dass man 19 Aktivitäten einbaut. Sie leben davon, dass man gern zurückkehrt. Dass der Dorfplatz nicht nur Menüstruktur ist. Dass Angeln, Kochen und Freundschaften nicht wie Füllmaterial wirken, sondern wie das Herz dieser mosntrös hübschen Welt.







