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Der Sieg, der einfach weiterfault
📰 Was ist los?
The Black Breath ist im Steam-Playtest gestartet. Das Spiel verbindet Dark Fantasy, rundenbasierte Rasterkämpfe, Karawanen-Management, Roguelite-Fortschritt und eine Welt, die nach dem Tod eines Lichs nicht gerettet, sondern erst richtig vergiftet wurde.
🐛 Was denken wir?
Für Taktikfreunde mit Hang zur düsteren Konsequenz. Besonders spannend wirkt die Idee, dass der große Sieg nur der Anfang einer Flucht ist. Andere Spiele geben dir nach dem Endboss eine Krone. The Black Breath gibt dir eine kranke Karawane, drei knappe Ressourcen und die dringende Empfehlung, bloß nicht falsch abzubiegen.
🖤 The Black Breath: Wenn der tote Lich noch einmal ausatmet
Andere Fantasyspiele lassen den Endboss sterben und werfen danach Feuerwerk, Fanfaren und ein paar gerettete Königreiche auf den Bildschirm. The Black Breath hat für solchen Optimismus nur ein müdes Husten übrig. Der Lich Kadryn ist zwar besiegt, verteilt mit seinem letzten Atemzug aber noch eine Pest aus Tod und Fäulnis über die Great Blue Peninsula. Man kann also sagen: Der Bosskampf war erfolgreich, das Nachleben der Entscheidung eher schlecht versichert.

Das Dark-Fantasy-Taktik-RPG von Silverland Games ist jetzt im Steam-Playtest spielbar. Wer Zugang anfordert, bekommt eine frühe Fassung mit Tutorial, der Region Burning Forest, sechs Klassen, bis zu 72 Skills, 60 Traits und 26 Gegnertypen. Klingt nach einer ordentlichen Einladung in ein Land, in dem selbst die Reiseplanung eine Art stiller Nervenzusammenbruch ist.
🐴 Eine Karawane am Rand der Landkarte
Im Zentrum von The Black Breath steht keine strahlende Heldengruppe, die zufällig genug Zeit für Nebenquests hat. Stattdessen zieht eine Karawane aus Überlebenden durch eine verfallende Region, immer mit dem Ziel, den Port of Serria zu erreichen. Dort warten Schiffe, die wenigstens so tun, als gäbe es jenseits des Meeres noch eine Zukunft.
Das ist ein hübsch bitterer Ansatz, weil das Spiel nicht den heroischen Sieg erzählt, sondern die hässliche Nachrechnung danach. Der Lich ist tot, die Welt aber nicht gerettet. Sie ist nur in eine Phase eingetreten, in der Logistik, Hunger, Krankheit und Wegentscheidungen plötzlich wichtiger sind als die Frage, wer das größte Schwert trägt.
⚔️ Rasterkämpfe mit schlechter Laune
Die Gefechte laufen rundenbasiert auf einem direkten Grid-System ab. Positionierung, Gegnerverhalten und Klassenkombinationen stehen im Vordergrund. Wer also bei Fantasy-Taktik gern Figuren millimetergenau verschiebt, um danach trotzdem von einem Seuchenvieh gefaltet zu werden, dürfte hier sehr gut aufgehoben sein.
Die sechs Klassen und zahlreichen Fähigkeiten sollen dafür sorgen, dass jede Karawane anders funktioniert. Dazu kommen Traits, Verletzungen, Müdigkeit, Krankheiten und permanenter Tod. The Black Breath wirkt damit weniger wie ein gemütlicher Ausflug durch finstere Wälder, sondern eher wie ein Managementseminar für Leute, die unter Zeitdruck entscheiden müssen, wen sie noch retten können.
🔥 Der Wald brennt, der Kalender auch
Der aktuelle Playtest enthält den Burning Forest, eine prozedural generierte Region, die sich von Run zu Run verändert. Das passt gut zur Roguelite-Struktur: Jeder Versuch startet mit einer neuen Karawane, aber die Welt selbst wird nicht freundlich zurückgesetzt. Die globale Verderbnis schreitet weiter voran.
Genau dieser Punkt macht den Ansatz interessant. Ein gescheiterter Run ist nicht einfach weggewischt. Ein erfolgreicher Run ist kein Freifahrtschein. Alles hinterlässt Spuren. Die geretteten Zivilisten stärken künftige Karawanen, während die Seuche weiter wächst. Das ist Dark Fantasy mit Buchhaltung, aber auf die gute Art: Jede Zahl riecht ein bisschen nach Rauch, Rost und schlechter Aussicht.





