Destructor – Tales of Glory (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Destructor – Tales of Glory

🧿 Kurzfazit
Tales of Glory präsentiert sich als kompaktes, altmodisch stolzes Power/Thrash-Album mit viel Achtziger-Blut, starken Riffs und genau der richtigen Menge heroischem Größenwahn.

🎯 Für wen?
Für Fans, die Exciter, Riot, Metal Church, Liege Lord, frühe Overkill, Agent Steel und klassischen US Power Metal mögen.

🎧 Wie klingt das?
Wie eine alte schwere Stahlklinge, die gerade frisch über den Schleifstein gezogen wurde: rau, schnell, direkt, hymnisch und erfreulich uneitel.

🎼 Highlights
Harbinger of Death, Never Take Me Alive, Rise to the Call

⛔ Nichts für dich, wenn…
du bei jedem Refrain zunächst mal wissen willst, ob er dekonstruiert wurde, bevor du schließlich die Faust hebst.

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⚔️ Destructor – Tales of Glory: Hello, Cleveland. The amps are still on eleven.

Manche Bands altern. Andere werden hingegen einfach konserviert, irgendwo zwischen Lederjacke, Rauchmaschine, rostigem Proberaum und einem Verstärker, dessen Regler seit 1985 aus Prinzip nicht mehr angefasst wurde. Destructor gehören sehr offensichtlich zur zweiten Sorte. Diese Band kommt nicht zurück, um sich neu zu erklären. Sie tritt die Tür ein, hebt das Schwert, zeigt auf Cleveland und fragt, warum der Rest der Welt inzwischen so tut, als müsse Metal erst ein Konzeptpapier erstellen, bevor er loslegen darf.

Tales of Glory ist ein Album, das seinen Titel mit entwaffnender Ernsthaftigkeit trägt. Das hier ist kein ironischer Retro-Ausflug, kein hübsch polierter Achtziger-Abklatsch für Sammler mit Patchweste und Rückenproblemen. Destructor spielen Power/Thrash, als wäre Heavy Metal noch immer eine Sache aus Stahl, Schweiß, Pathos und schmerzhafter bunter Bühnenbeleuchtung. Und ja: Das ist im Ergebnis einfach herrlich.

Die Band stammt aus Cleveland, Ohio, gegründet 1984, gestählt durch eine Geschichte, die zwischen Underground-Ruhm, Tragödie, Pause, Rückkehr und Altersverweigerung pendelt. Wer so lange überlebt, darf irgendwann einfach so klingen, wie er klingen will. Auf Tales of Glory heißt das: schnelle Riffs, klassische Heavy-Metal-Hooks, Speed-Metal-Energie, hymnische Refrains und Texte, die nicht flüstern, sondern mit erhobenem Schwert über die Klippe rufen. Hurra, da rufen wir doch gerne zurück.

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🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Power/Thrash Metal, Heavy Metal, Speed Metal

Vergleichbar mit: Metal Church für die US-Metal-Wucht, Exciter für den ruppigen Speed-Antrieb, Riot für die heroische Heavy-Metal-Kante, Liege Lord für klassische Kraft und Overkill für diese Zeiten, wo Thrash noch nach Schweiß und Leder roch.

Klangfarbe: Tales of Glory klingt nicht modern im sterilen Sinn. Zum Glück. Die Platte hat Druck, aber sie trägt keine klinische Hochglanzrüstung. Gitarren, Drums und Vocals stehen vorne, alles ist auf Angriff gebaut, aber nicht totproduziert. Das Album will nicht beeindrucken, indem es jeden Ton ausleuchtet. Es will losreiten.

Besonders gut gelungen ist die Balance zwischen Thrash-Biss und Heavy-Metal-Pathos. Destructor prügeln nicht einfach durch, sondern lassen ihre Songs oft größer wirken, als die knappe Laufzeit erwarten lässt. Das ist alter Metal im besten Sinn: kompakt, physisch, mit klarer Haltung und Refrains, bei denen man automatisch nach imaginären Nietenarmbändern greift.

🔥 Highlights

Harbinger of Death ist der erste große Treffer. Der Song hat genau diese Mischung aus Bedrohung, Tempo und klassischer Metal-Dramatik, die Destructor 2026 erstaunlich lebendig klingen lässt. Kein moderner Firlefanz, keine übertriebene Selbstinszenierung, sondern ein sauber gezogener Schlag mit genug Melodie, damit er hängen bleibt. Der Titel klingt nach Fantasy-Schlachtfeld, aber musikalisch steht er fest auf Asphalt.

Never Take Me Alive ist der Faust-in-die-Luft-Moment der Platte. Hier sitzt der alte Trotz besonders gut: keine Kapitulation, kein Rückzug, kein höfliches Altern. Der Song wirkt wie ein Bandmotto, ohne sich peinlich groß zu machen. Gerade diese Direktheit macht ihn stark. Destructor verkaufen Widerstand nicht als Pose, sondern als Muskelgedächtnis.

Rise to the Call bringt die heroische Seite des Albums auf den Punkt. Der Track hat Tempo, Zug und einen Refrain, der nicht um Erlaubnis bittet. Hier wird Tales of Glory wirklich zu dem Buch alter Geschichten, das Dave Overkill im Kopf hatte: keine zusammenhängende Fantasy-Oper, sondern eine Sammlung von Schlachtrufen, Warnungen, Blutspuren und letzten Schwüren.

Ein grimmiger Oger versucht, ein Schwert aus einem Stein zu ziehen, während kleine Waldtiere neugierig und furchtlos zuschauen.

🎨 Artwork

Das Cover ist fast schon unfair gut für Fantasykosmos. Ein riesiger Krieger kniet oder steigt aus einer dunklen Szenerie, das Schwert in der Hand, der Helm schwer, die Rüstung grob, der Blick finster. Neben ihm öffnet sich ein magisches Buch, aus dem blaues Licht, gezackte Energie und eine geisterhafte Gestalt steigen. Im Hintergrund lauert eine kalte, comicartige Nachtlandschaft, irgendwo zwischen Dungeon, Schlachtfeld und Achtziger-Metal-Fanzine.

Das wirkt nicht subtil. Es soll auch nicht subtil wirken. Tales of Glory verkauft keine stille Innerlichkeit, sondern alte Geschichten, Schattenmagie, Todesboten und siegreiche Krieger. Das Cover versteht diese Platte vollkommen. Es ist kantig, pulpig, blau, roh und angenehm frei von digitaler Plastikfantasy.

Der beste Punkt: Das Motiv sieht aus, als hätte jemand 1986 beschlossen, dass ein Albumcover mindestens ein Schwert, ein Buch, einen Fluch und eine Figur enthalten muss, die problemlos einen Kleinwagen zerlegen könnte. Richtig so.

🪦 Besondere Momente

Cleveland ruft immer noch
Die Herkunft ist hier kein Nebenfakt. Destructor klingen nach alter US-Stahlstadt: nicht elegant, nicht glatt, sondern zäh, laut und mit diesem proletarischen Metal-Stolz, den man nicht am Reißbrett erzeugt.

Power/Thrash mit Heavy-Metal-Herz
Das Album schlägt nicht nur auf Geschwindigkeit. Viele Songs lehnen sich stärker in klassischen Heavy Metal und Speed Metal hinein, wodurch Tales of Glory größer und heroischer wirkt als ein reines Thrash-Brett.

Dave Overkill hält die Fahne hoch
Der Gesang ist ein zentraler Grund, warum die Platte funktioniert. Dave Overkill klingt nicht wie jemand, der Jugend simuliert, sondern wie jemand, der seine alte Schlachtrede immer noch ernst meint. Genau das braucht diese Musik.

Die Länge ist ein Vorteil
Zehn Songs, rund 39 Minuten: Das ist sehr angenehm. Tales of Glory bleibt kompakt, schlägt zu und zieht weiter. Kein aufgeblasenes Spätwerk, keine überflüssigen Zwischenspiele, kein epischer Leerlauf.

Fantasy ohne Plastikdrachen
Titel wie Shadow Magic, Harbinger of Death, Rise to the Call und Victorious Warrior könnten billig wirken. Tun sie aber nicht, weil Destructor den Stoff mit ehrlicher Metal-Wucht füllen. Das ist keine Deko-Fantasy, sondern Schwert-und-Leder-Mythologie aus der Garage.

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📜 Hintergrund

Destructor wurden 1984 in Cleveland, Ohio gegründet und gehören zu jenen US-Metal-Bands, deren Geschichte größer ist als ihre Bekanntheit. Das Debüt Maximum Destruction von 1985 wurde im Underground zum Kultalbum und verband Heavy Metal, Speed und Thrash zu einem rauen, direkten Sound, der damals perfekt in die Zeit passte.

Dann kam der Bruch. Der Mord an Bassist Dave Holocaust Anfang 1988 war eine Tragödie, die die Band schwer traf und ihre Karriere dauerhaft veränderte. In den folgenden Jahren kämpfte Destructor weiter, löste sich Anfang der Neunziger auf und kehrte 1999 zurück. Seitdem hat die Band ihren Namen nicht verwaltet, sondern weitergetragen.

Nach Alben wie Sonic Bullet, Forever in Leather, Back in Bondage, Decibel Casualties und Blood, Bone, and Fire erscheint mit Tales of Glory nun das nächste Kapitel. Die neue Platte zeigt Destructor weniger als reine Thrash-Maschine, sondern stärker als klassische Heavy-Metal-Band mit Speed, Pathos und erhobenem Schwertarm.

🪓 Fazit: Alte Schwerter, neue Kerben

Tales of Glory ist kein Album für Leute, die Metal nur dann ernst nehmen, wenn er sich vorher entschuldigt. Destructor machen hier genau das, was diese Band 2026 machen sollte: alte Kraft bündeln, neue Songs schreiben, die eigene Geschichte nicht verleugnen und trotzdem nicht wie ein Museumsstück klingen.

Natürlich ist das alles sehr traditionell. Und ja, diese Platte klingt auch immer ein wenig nach Achtziger-Proberaum, Leder, Stahl und leicht überhitzten Verstärkern. Aber genau darin liegt ihre Stärke. Destructor versuchen nicht, modern zu wirken. Sie versuchen, wie Destructor zu wirken. Und das gelingt hier ganz wuunderbar.

Die besten Momente von Tales of Glory haben diesen selten gewordenen Heavy-Metal-Reflex: Man hört einen Refrain, ein Riff, einen Schlagzeugakzent, und plötzlich ist völlig egal, ob das Jahr 1985 oder 2026 heißt. Hauptsache, Cleveland dackelt endlich auf die Bühne.

Und yes… the amps are still on eleven.

Albumcover Destructor – Tales of Glory: Blau-schwarze Heavy-Metal-Illustration mit muskulösem Krieger in Rüstung, Schwert in der Hand, magischem Buch mit aufsteigender Energie, geisterhafter Figur im Hintergrund und goldenem Destructor-Logo am oberen Bildrand.
Künstler:Destructor
Albumtitel:Tales of Glory
Erscheinungsdatum:19. Juni 2026
Genre:Power/Thrash Metal, Heavy Metal, Speed Metal
Label:Shadow Kingdom Records
Spielzeit:ca. 39 Minuten

🎬 Offizielles Video

Offizielles Video zu „Shadow Magic“ vom Album „Tales of Glory“ – klassische Cleveland-Stahlkante, Schwertarm-Pathos und Power/Thrash mit Verstärker auf elf:

🎼 Trackliste:

Tales of Glory – 1:28
Shadow Magic – 4:23
Harbinger of Death – 5:19
Wolves at Your Door – 3:08
Death Screams – 5:11
Fall to Your Knees – 3:01
Never Take Me Alive – 4:35
Answers in Blood – 3:44
Rise to the Call – 4:32
Victorious Warrior – 3:32

👥 Besetzung

Dave Overkill – Gesang, Gitarre
Mark Hellhound – Gitarre
Tim Hammer – Bass
Matt Flammable – Drums

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