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Wenn die Tinte zurückschreibt
📰 Was ist los?
Netflix bringt I Am Frankelda am 12. Juni 2026 weltweit ins Programm. Der Film erzählt von einer mexikanischen Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, die in ihr Unterbewusstsein gerät und dort den Monstern ihrer eigenen Geschichten begegnet.
🐛 Was denken wir?
Das sieht nach einem kleinen, feinen Fantasy-Treffer aus. Nicht der nächste algorithmisch zusammengerührte Streamingbrei, sondern ein Film mit klarer Handschrift, kulturellem Eigenklang und genau jener Stop-Motion-Haptik, die Monster wieder nach Monster aussehen lässt und nicht nach polierten Effekt-Dateien mit Augen.
🎭 I Am Frankelda: Netflix öffnet das Monsterzimmer einer mexikanischen Schriftstellerin
Netflix zeigt den Trailer zu I Am Frankelda. Der mexikanische Stop-Motion-Fantasyfilm startet am 12. Juni und schickt eine Autorin des 19. Jahrhunderts dorthin, wo Geschichten selten brav im Regal bleiben: mitten ins eigene Unterbewusstsein.
Frankelda schreibt dunkle Geschichten. Das klingt zunächst nach einer gesunden Beschäftigung für Menschen mit Tinte, Fantasie und mäßigem Interesse an Small Talk. In ihrem Fall entwickelt die Sache allerdings eine gewisse Eigendynamik. Denn in I Am Frankelda werden die Monster ihrer Erzählungen lebendig.

Der neue Netflix-Film spielt im Mexiko des 19. Jahrhunderts und folgt einer begabten Schriftstellerin, deren düstere Fantasien nicht einfach nur Papier füllen, sondern eine eigene Welt formen. Als Frankelda in ihr Unterbewusstsein gestoßen wird, begegnet sie dort den Kreaturen, die sie selbst erschaffen hat. An ihrer Seite steht Herneval, ein gequälter Prinz zwischen Traum und Albtraum, mit dem sie verhindern muss, dass Fiktion und Wirklichkeit endgültig ineinanderlaufen.
Das ist als Grundidee bereits ziemlich dankbar. Autorin gegen eigene Monster, Fantasie gegen Realität, Liebe gegen Existenzkrise, Stop-Motion gegen seelenlose Glattanimation. Man kann schlechtere Türen in den Sommer öffnen.
🕯️ Geschichten, die nicht mehr stillhalten
Besonders reizvoll ist nicht nur der Stoff, sondern die Form. I Am Frankelda ist mexikanische Stop-Motion-Fantasy und wirkt im Trailer genau so, wie dunkle Märchen im Idealfall wirken sollten: handgemacht, leicht schief, farbstark, morbide, verspielt und doch mit einem echten Schatten im Nacken.
Der Film stammt von Arturo und Roy Ambriz, die schon mit Frankelda’s Book of Spooks eine eigenwillige kleine Gruselwelt aufgebaut haben. Der Langfilm funktioniert als größere Rückkehr in dieses Universum, diesmal mit mehr Raum für Monster, Musik, Melancholie und das alte Autorenproblem, dass erfundene Figuren irgendwann anfangen, Ansprüche zu stellen. Man kennt das.
🎬 Offizieller Trailer
Der Trailer zu I Am Frankelda zeigt mexikanische Stop-Motion-Fantasy, lebendige Monster, ein Reich zwischen Traum und Albtraum und eine Schriftstellerin, deren Geschichten nicht länger gehorchen.
🪶 Fantasie ist hier kein Fluchtweg, sondern Tatort
Der schönste Gedanke an I Am Frankelda liegt darin, dass Fiktion nicht als harmlose Ablenkung behandelt wird. Geschichten sind hier keine gemütlichen Kissen, sondern Türen, Fallen und Waffen. Wer schreibt, erschafft. Wer erschafft, trägt Verantwortung. Und wer Monster erfindet, sollte sich nicht wundern, wenn sie irgendwann wissen wollen, warum sie so hässlich wohnen.
Für Fantasy ist das ein dankbares Motiv, weil es weit über reine Gruseloptik hinausgeht. Frankeldas Reise ins eigene Unterbewusstsein macht aus dem Film offenbar kein simples Monsterabenteuer, sondern eine Geschichte über Stimme, Macht, Fantasie und den Preis des Erzählens.
Oder etwas einfacher gesagt: Netflix lässt eine Autorin gegen ihre eigene Innenwelt antreten.
Das ist natürlich unfair.
Autoren verlieren dort fast immer.
🌒 Kleine Monster, große Bühne
Ob I Am Frankelda am Ende wirklich so stark wird, wie der Trailer aussieht, wird sich zeigen. Aber der erste Eindruck sitzt. Die Bilder haben Charakter, die Prämisse hat Biss, und die Verbindung aus mexikanischer Kultur, Dark Fantasy, Stop-Motion und Autorinnenmythos wirkt deutlich frischer als vieles, was der Streaming-Sommer sonst in seine Auslage legt.
Für Fantasykosmos ist das deshalb ein klarer Fall: vormerken, Trailer einbinden, Monsterlampe anzünden.
Am 12. Juni schauen wir nach, ob Frankeldas Kreaturen wirklich leben.
Oder ob sie nur besser geschrieben sind als die meisten Menschen.






