D&D bekommt jetzt Renaissance mit Seelenschaden

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Dungeons & Dragons: Zwischen Peststimmung und Portalhorror

📰 Was ist los?
Axis Saga: The War of Silence ist ein kommendes 5E- und 5.5E-kompatibles Sourcebook von Wyldwolf Games, das am 14. April 2026 auf Kickstarter loslegt. Das Buch soll 300+ Seiten umfassen und eine dunkle Welt namens Medi vorstellen, in der Portale zu Terrorreichen aufbrechen, mehrere Machtblöcke um Einfluss ringen und eine unheilvolle Verderbnis namens The Silence Hoffnung und Verstand zerfrisst.

🐛 Was denken wir?
Das riecht angenehm nach einer Welt, die nicht geschniegelt auf Massentauglichkeit gebügelt wurde. Renaissance-Flair, Horror-Ton und moralische Grauzonen sind genau die Mischung, bei der 5E entweder plötzlich wieder lebendig wirkt oder grandios in den eigenen Ambitionen baden geht. Beides wäre ehrlicher als noch ein weiterer Vergessene-Reiche-Abklatsch.

🎲 D&D bekommt jetzt Renaissance mit Seelenschaden

Die fünfte Edition von Dungeons & Dragons hat inzwischen mehr Drittanbieter-Welten als manche Fantasy-Regale gute Vorsätze. Die meisten davon verschwinden nach zwei hübschen Bildern und drei Buzzwords wieder im Nebel. Axis Saga: The War of Silence wirkt immerhin so, als wolle es mehr sein als nur „Renaissance, aber mit Blut und Portalen“. Das Setting setzt auf ein düsteres 16.-Jahrhundert-Gefühl, Horror-Einschlag, moralische Schieflagen und einen eigenen Vampirismus-Dreh namens The Gift. Das ist zumindest deutlich interessanter als der hundertste Ausflug in generische Tavernen mit Standard-Nebel.

📜 Ein Setting, das mehr sein will als hübsche Tapete

Interessant ist vor allem, dass Axis Saga nicht bloß ein paar neue Ortsnamen über die bekannte 5E-Mechanik streut. Das Projekt verspricht eine vollständige Kampagne, neue Klassenoptionen, Fraktionen, Monster, Plot Hooks, Abenteuer und eigene Systeme wie Resonance, Raids, den Silence Template und eben The Gift als spielerischen Zugriff auf vampirische Macht. Das ist die gute alte Kickstarter-Strategie „lieber alles gleichzeitig“, aber hier wirkt sie zumindest nicht völlig aus der Luft gegriffen.

🩸 Vampirismus mit Charakter, nicht nur mit Fangzähnen

Der klügste Punkt am ganzen Paket ist womöglich gerade The Gift. Statt Vampirismus bloß als Fluch mit Extra-Zähnen zu verkaufen, beschreibt das Projekt ihn als spielerisches System aus Versuchung, Kontrolle und Entscheidung. Das schiebt die Sache ein Stück weg vom klassischen Monsterklischee und näher an jene dunkle Rollenspielzone, in der Macht nicht gratis kommt und der Preis dafür sehr hässlich sein kann. Das ist nicht revolutionär, aber deutlich reizvoller als das übliche „Du bist jetzt untot und bekommst Nachtsicht“.

🛠️ Viel Partnerglanz, jetzt bitte noch echte Substanz

Wyldwolf Games wirbt außerdem mit einem ganzen Partnerkranz aus Roll20, Dwarven Forge, Michael Ghelfi Studios, Eldritch Foundry und weiteren Namen aus dem TTRPG-Umfeld. Dazu kommen Karten, Audio, Miniaturen, STL-Dateien und Unterstützung für physisches wie digitales Spiel. Das ist ambitioniert und professionell aufgezogen. Es ist aber natürlich auch exakt die Art von Projekt, bei der man irgendwann prüfen muss, ob unter all dem schön drapierten Zubehör am Ende wirklich eine starke Welt liegt und nicht bloß sehr teures Bühnenlicht.

🪓 Unser Fazit: Endlich mal 5E mit schmutzigen Fingernägeln

Axis Saga: The War of Silence sieht nach einem der selteneren 5E-Projekte aus, die tatsächlich eine Stimmung haben und nicht nur Kompatibilität. Renaissance-Düsternis, Horror, Verderbnis, persönliche Versuchung und eine Welt, die sich ernsthaft mit Konsequenzen schmückt: Das hat Zug. Noch ist das natürlich Kickstarter-Terrain, also das natürliche Biotop großer Versprechen. Aber als erster Eindruck wirkt das hier deutlich lebendiger als vieles, was sich zuletzt an D&D angehängt hat. Oder einfacher gesagt: 5E bekommt mal wieder eine Welt, die nicht nach sauber gewischtem Wirtshaustisch riecht.

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