„Living, talking, emoting skull“: Jared Leto, Skeletor und der stumme Schrei nach Liebe

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Jared Leto: Skeletor und der stumme Schrei nach Liebe

📰 Was ist los?
Regisseur Travis Knight erklärt in aktuellen Interviews, wie er Jared Letos Skeletor im neuen Masters of the Universe-Film anlegt: Optisch bleibt es beim klassischen, voll sichtbaren Totenschädel, frühere Ideen einer vergoldeten Maske hat er mit einem deutlichen „Skeletor hat ein Totenkopfgesicht“ verworfen. Inhaltlich soll der Bösewicht jedoch deutlich komplexer werden und laut Knight als „Verkörperung toxischer Männlichkeit“ funktionieren: cool, bedrohlich, witzig, aber innerlich zutiefst unsicher. Leto selbst habe sich für die Rolle gemeldet und durfte seine eigene Version von Stimme und Spielweise entwickeln.

🐛 Was denken wir?
Auf dem Papier klingt das nach Best Case für 80er-Fantasy-Recycling: Der ikonische Schädel bleibt, dahinter steckt mehr als „muahaha“-Gelächter, und das Drehteam traut sich zumindest eine klare Lesart zu. Gleichzeitig ist „toxische Männlichkeit“ inzwischen so oft Marketing-Buzzword, dass man nur hoffen kann, der Film zeigt echte Brüche – und nicht bloß Skeletor, wie er drei Minuten lang über seine Gefühle monologisiert, bevor wieder die nächste Spielzeugarmee durch die Luft fliegt. Für uns bleibt: sehr gespannt, aber auch sehr bereit, das Ganze später genüsslich zu sezieren.

💀 „Living, talking, emoting skull“: Jared Leto, Skeletor und der stumme Schrei nach Liebe

Im Sommer will Masters of the Universe im Kino beweisen, dass He-Man mehr ist als ein bloßes Nostalgie-Workout. Die spannendste Baustelle ist dabei gar nicht der blonde Muskelprotagonist, sondern sein Gegenspieler: Jared Letos Skeletor. Regisseur Travis Knight spricht inzwischen ganz offen davon, dass sein Skeletor „die Verkörperung toxischer Männlichkeit“ ist, mit klassischem Totenschädel, aber deutlich mehr psychologischem Unterbau als in der 80er-Zeichentrick-Ära.


💣 Skeletor als toxischer Macho? Was Knight damit meint

In den Empire- und Deadline-Gesprächen steckt recht klar, worauf Knight hinauswill:

  • Skeletor soll nicht nur Grimassen schneiden, sondern ein Typ sein, der hinter Machtgehabe und Brutalität eine tiefe Unsicherheit und Verletzbarkeit versteckt.
  • Knight beschreibt ihn als „cool, furchteinflößend, witzig, unsicher“, also genau die Mischung aus Sprücheklopfer und kaputtem Ego, die in den Games eh schon drinsteckt, hier aber stärker ausgespielt wird.
  • Im Klartext: Skeletor wird zur Männlichkeits-Folie, an der man ziemlich gut zeigen kann, wie grotesk das wirkt, wenn jemand Macht, Kontrolle und Angst vor Schwäche in eine einzige, daueraggressive Persona presst.

Dass Knight das Schlagwort „toxic masculinity“ offensiv in die Presse trägt, ist kein Zufall: Der Film will erkennbar mehr sein als „He-Man haut Bösen auf die Zwölf“, sondern sich in diese ganze „Was heißt Stärke eigentlich?“-Debatte dranhängen, nur eben mit Laser, Zauberschwert und Battlecat.


☠️ „Fuck that shit, Skeletor hat ein Totenkopfgesicht“

Parallel dazu macht Knight ziemlich klar, wo für ihn Schluss ist mit Modernisierung:

Frühere Drehbuchfassungen wollten Skeletor wohl mit einer goldenen Schädelmaske entschärfen. Knight hat das laut Empire-Interview mit einem sehr deutlichen „Fuck that shit“ abgeblockt:

„Skeletor hat ein Totenkopfgesicht. Punkt. Es ist ein lebender, sprechender, Gefühle zeigender Totenschädel, und damit hat es sich.“

Das ist tatsächlich der charmanteste Widerspruch in diesem ganzen Projekt:

  • Optisch will Knight so nah wie möglich an die ikonische Skelettfratze ran.
  • Inhaltlich wird daraus aber ein komplett durchpsychologisierter Bösewicht, der als Paradebeispiel für kaputte Männlichkeitsbilder herumgereicht werden kann.

Kurz gesagt: Classic Look, Meta-Update.

🎬 Offizieller Teaser

Masters of the Universe – Offizieller Teaser Trailer (Deutsch)
Eingebettet vom YouTube-Kanal Sony Pictures Deutschland.


🎭 Jared Leto darf voll aufdrehen

Die zweite interessante Komponente ist Leto selbst. Knight betont in quasi jedem Interview:

  • Leto hat sich aktiv um die Rolle beworben, weil er mit Skeletor „eine persönliche Geschichte“ verbinde.
  • Der Regisseur habe ihn dann komplett „von der Leine gelassen“, damit er seine eigene Version von Stimme, Gestik und Präsenz entwickeln kann.
  • Knight sagt, Leto habe als Skeletor voll aufgedreht und jede Szene gespielt, als ginge es um das Finale seiner Karriere, also bewusst an der Grenze von tragisch, bedrohlich und leicht lächerlich, statt nur einen Cartoon-Bösewicht zu imitieren.

Damit zeichnet sich ab, wohin die Reise geht:
Ein körperlich imposanter, komplett digital verstärkter Skeletor, der zwischen sadistischem Imperator, verletztem Kind und Meme-Material pendelt, genau der schmale Grat, auf dem die Figur funktionieren oder komplett kollabieren kann.

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