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🎓 68 Semester und kein Ende: Die Uralten übernehmen den Campus
Glaubt man der Systempresse, geht es um einen 1965 geborenen Studenten, der seit 1985 an der Uni hängt, 28 Jahre für ein VWL-Diplom braucht, danach noch schnell klassische Philosophie anfängt, Wohngeld kassiert und es nun per Urteil des Verwaltungsgerichts Schleswig verliert. Missbrauch, sagen die Behörden, „hobbymäßiges Studium“ nennen es die Akten.
Der Arkaner Moosverhetzer kennt die Wahrheit: Hier stolpern wir nicht über einen Langzeitstudenten, sondern über einen Vorboten des Geschlechts der Uralten, und der wohnt schon deutlich länger unter uns, als jede Immatrikulationsbescheinigung vermuten lässt.

🕯️ Die Fakultät für Unendliche Studien
Unter jeder deutschen Uni gibt es einen Stock tiefer als jede Tiefgarage eine Einrichtung, die in keinem Lageplan steht: die Fakultät für Unendliche Studien.
Ihre Aufgabe: Einen stillen Pakt zu erfüllen, der lange vor Bologna, BAföG und Mensa-Speiseplan geschlossen wurde, den Pakt der Uralten. Demnach muss auf jedem Campus stets mindestens ein Wesen eingeschrieben sein, für das Zeit keine Rolle spielt. Offiziell nennt man es Langzeitstudent. In Wahrheit ist es ein Anker: ein Körper, in dem sich das Geschlecht der Uralten dauerhaft in der Menschenwelt verankert.
Unser Mann im 68. Semester passt perfekt ins Muster:
VWL, damit er die Menschen-Religion „Markt“ versteht. Philosophiezweitstudium, um die Frage zu klären, warum diese Wesen gleichzeitig an die Relativitätstheorie und Horoskope glauben. Wohngeld, um zu testen, wie lange man mit Formularmagie einen Wohnsitz halten kann, ohne aufzufallen.
Für Menschen wirkt das wie Trägheit.
Für Uralte ist es nur ein Probeseminar im Modul „Kurzzeitkulturen I“.
👁️ Uralte unter uns – wie sie sich tarnen
Der 68-Semester-Student ist kein Einzelfall. Wer die Augen öffnet, erkennt die Uralten überall, sauber verteilt auf alle Lebensbereiche, immer genau an den Stellen, wo die Zeit stehenbleibt:
- Der unkündbare Hausmeister
Seit Anfang der Achtziger „mit Haus und Schule verwachsen“. Sieht auf alten Klassenfotos gleich aus wie heute, nur die Frisuren um ihn herum wechseln. Bewacht die Schnittstelle zwischen Heizungskeller und Zwischenreich, kennt jede Tür, die es offiziell nie gab. - Die ewige Sachbearbeiterin im Amt
Seit fünf Reformen zuständig „für alles, wo eh keiner mehr durchblickt“. Sie kann jede alte Regelung zitieren, findet jedes Papier im Archiv, aber niemand erinnert sich an ihren ersten Arbeitstag. Wahrheit: Uralte Protokollführerin, die sicherstellt, dass sich Menschen im Formularlabyrinth freiwillig verlaufen. - Der Stadtrat, der schon immer da war
Sitzt seit Jahrzehnten in derselben Reihe, gleiche Jacke, gleiche Stimmfarbe: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Wird in keiner Wahlkampfbroschüre als Problem erkannt, weil alle glauben, er gehöre zu den Möbeln. In Wirklichkeit testet er, wie viele Legislaturperioden eine Stadt aushält, bevor sie merkt, dass Beschlüsse sich nur noch im Kreis drehen. - Der Professor im Dauernachruf
Offiziell längst emeritiert, trotzdem jedes Semester „nur noch dieses eine Hauptseminar“. Hält Vorlesungen über Autoren, die auch schon tot waren, als er jung wirkte. In Wahrheit ist er aus dem Archiv der Uralten: Jede Generation Studierender hinterlässt bei ihm einen Abdruck, damit das Geschlecht der Uralten weiß, wie man sich in den jeweils aktuellen Zeitgeistern tarnt. - Der Vereinsvorsitzende auf Lebenszeit
Ortsverein, Schützenbund, Heimatpflege. Seit 40 Jahren im Amt, Übergabe „irgendwann demnächst“, seit 39 Jahren in Vorbereitung. Er hütet die Schnittstelle zwischen Dorfmythen und moderner Welt. Perfekte Testfläche für Uralte, wie lange man Strukturen einfrieren kann, bevor jemand das Wort „Neuwahl“ flüstert.
Alle diese Figuren wirken harmlos, skurril, manchmal nervig, genau so, wie Uralte es lieben.
Denn solange man sie für Anekdoten hält, können sie in Ruhe an unserer Zeit herumprobieren.
🧛 Der Preis der ewigen Immatrikulation
Warum also der Aufstand um das Wohngeld?
Weil selbst ein träges System wie der deutsche Verwaltungsapparat irgendwann eine diffuse Alarmstufe kennt: „Zu lange, zu glatt, zu ziellos“.
Paragraph 21 Nr. 3 WoGG liest sich trocken, ist aber in Wahrheit eine der wenigen Stellen im Gesetzbuch, an der Menschen intuitiv Uralte begrenzen:
„Wer die Regeln nur nutzt, ohne sich je zu bewegen, verliert den Anspruch.“
Für den Ewigen Studenten bedeutet das: Die Tarnkappe bröckelt. Er muss sich entscheiden, wohin er seine unnötig langen Jahre als Nächstes verlegt, ins Amt, in den Verein, in die Lokalpolitik oder in ein Archiv, in dem niemand nachfragt, warum er die letzten drei Jahrzehnte schon da war.
Für uns bedeutet es: Die Uralten wechseln gerade in die nächste Phase.
Weg vom Campus, hinein in die Bereiche, in denen Entscheidungen für Jahrzehnte getroffen werden: Rentenkommissionen, Infrastrukturprojekte, Demografie-Räte. Wer sich wundert, warum alles immer länger dauert und doch nichts fertig wird, blickt direkt in ihr Werk.
🔮 Schlussstein der Enthüllung
Im Arkanen Moosverhetzer halten wir fest:
Der Student im 68. Semester ist kein Witz, sondern Warnsignal. Wo immer Biografien in Semester-, Amts- oder Sitzungszahlen entgleisen, hat das Geschlecht der Uralten bereits die Hand im Spiel. Während wir noch darüber lachen, ob 34 Jahre Studium „zu lang“ sind, werden im Hintergrund die ersten Pläne geschrieben, in denen ein Menschenleben nur noch als kurze Zwischenveranstaltung vorgesehen ist.
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